NATO-Manöver "Steadfast Noon": Nukleare Teilhabe auf dem Prüfstand
In dieser Woche beginnt die NATO ihre alljährliche Übung "Steadfast Noon", bei der das Bündnisgebiet mithilfe von Atomwaffen verteidigt werden soll. Etwa 2.000 Soldaten werden sich an dieser zweiwöchigen Operation beteiligen, die vom belgischen Militärcampus in Mons koordiniert wird.
Mehr als 70 Flugzeuge sind in den Manövern involviert, darunter deutsche Kampfjets, welche die Fähigkeit besitzen, in Europa stationierte US-Atombomben zu transportieren. Hauptschauplatz ist der Luftraum über der Nordsee, wobei auch die niederländische Basis Volkel und Militärstationen in Belgien, Großbritannien und Dänemark maßgeblich eingebunden sind.
Deutschland beteiligt sich mit drei Tornado-Kampfflugzeugen und vier Eurofightern, die für den Abwurf von US-Atombomben ausgestattet sind. Das Manöver ist ein routinemäßiges Ereignis und kein reaktiver Schritt auf jüngste Ereignisse im internationalen Luftraum. Dennoch dient es als Signal an Moskau: die NATO ist bereit, ihre Verteidigungsfähigkeiten auch mit Nuklearwaffen zu untermauern.
Aufgrund der nuklearen Teilhabe der NATO beteiligt sich auch Deutschland, ein Land ohne eigene Atomwaffen, an der Übung. Diese Teilhabe sieht vor, dass im Ernstfall in Europa stationierte US-Atomwaffen von Flugzeugen von Partnerstaaten genutzt werden können. Unbestätigten Berichten zufolge lagern US-Waffen insbesondere in Italien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland. Details zu Übungsszenarien bleiben geheim, jedoch wird davon ausgegangen, dass der sichere Umgang mit den Waffen geübt wird – freilich ohne scharfe Sprengköpfe.
Eine spannende Komponente stellt die mögliche Bedrohung durch Drohnen dar, die in der jüngeren Vergangenheit mehrfach Sicherheitsalarme ausgelöst haben. Doch die NATO zeigt sich zuversichtlich: Drohnen seien keine Neuheit und man sei stets in der Lage, alle Missionen trotz unterschiedlicher Bedrohungen erfolgreich zu absolvieren.

