NATO-Bündnis: Uneinigkeit über Trumps Zollpolitik
Die Diskussionen um die subversive Zollpolitik des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump sorgen erneut für Kontroversen innerhalb der NATO-Gemeinschaft. Der Generalsekretär der NATO, Mark Rutte, erklärte jedoch, dass Trumps Zollentscheidungen keine Verletzung des Nordatlantikvertrags darstellen. Rutte, der frühere niederländische Ministerpräsident, betonte nach einem NATO-Außenministertreffen in Brüssel, dass es in der Geschichte des Bündnisses schon häufiger zu Meinungsverschiedenheiten in Sachen Zölle gekommen sei, ohne dass Vertragsbrüche festgestellt wurden.
Vor dem Treffen hatte der norwegische Außenminister Espen Barth Eide die Auswirkungen von Trumps Zollentscheidungen auf Artikel 2 des Nordatlantikvertrags angesprochen. Dieser Artikel fordert die Vertragsparteien auf, Gegensätze in der internationalen Wirtschaftspolitik zu überwinden und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern.
Eide warnte, dass die Zollmaßnahmen das Wirtschaftswachstum und die geplante Erhöhung der Verteidigungsausgaben in Europa gefährden könnten. Protektionismus sei der falsche Weg zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit. Auch Annalena Baerbock, die geschäftsführende Außenministerin Deutschlands, sowie ihre Amtskollegen aus Frankreich und Finnland äußerten ihre Besorgnis über die protektionistische Politik.
Rutte hielt sich jedoch mit einer Stellungnahme zurück und wies darauf hin, dass es Aufgabe der Nationalstaaten sei, mit den wirtschaftlichen Folgen der Zölle umzugehen. Er betonte, dass seine Hauptverantwortung in der Sicherstellung der Verteidigungsfähigkeit liege und nicht in der Kommentierung von Zollfragen. Zudem sei in NATO-Kreisen bewusst, dass es keine echten Sanktionsmechanismen gibt, um Verstöße gegen den Vertrag zu ahnden. Im äußersten Fall könnten betroffene Staaten interne Konsultationen einleiten.

