Nachhaltige Landwirtschaft: Bundesregierung fordert EU-weite Umweltstandards
Die Bundesregierung setzt sich entschlossen für einheitliche Umweltstandards in der EU-Agrarfinanzierung ein und strebt damit eine Harmonisierung der Vorgaben für Landwirte in ganz Europa an. Umweltminister Carsten Schneider von der SPD betonte auf einem Kongress vor der renommierten Agrarmesse Grüne Woche in Berlin die langfristigen Nachteile eines Unterbietungswettbewerbs. Einheitliche Mindeststandards seien entscheidend, um die Umwelt zu schützen und einen festen Prozentsatz des Agrarbudgets für ökologische Maßnahmen sicherzustellen.
Schneider warnte außerdem, dass die aktuellen Vorschläge der EU-Kommission ab 2027 besonders größeren Betrieben im Norden und Osten Deutschlands finanzielle Einbußen bescheren könnten. Der Minister plädierte für eine Berücksichtigung der regional gewachsenen Betriebsstrukturen, um den Interessen aller Akteure gerecht zu werden.
Agrarminister Alois Rainer hob die zentrale Rolle der Landwirtschaft für die Ernährungssicherung hervor. Gleichzeitig sei sie ein wichtiger Partner, um ökologische Initiativen zur Verbesserung der Lebensqualität voranzutreiben. Die Balance zwischen Umwelt- und Ernährungszielen sei entscheidend.
Auch das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Ländern wurde angesprochen. Der CSU-Politiker Rainer zeigte Verständnis für die Bedenken der Landwirte, sieht aber Potenzial in der Verknüpfung von Freihandel und landwirtschaftlichem Schutz. Sollten beispielsweise Importmengen sensibler Produkte wie Zucker oder Rindfleisch stark ansteigen oder Preisdruck entstehen, sei Handlungsbedarf seitens der EU geboten, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

