Nach Terroranschlägen: Wie reagieren Europas Staaten?

14. Januar 2015, 11:38 Uhr · Quelle: dpa

Berlin (dpa) - Nach den blutigen Terroranschlägen von Paris haben neben Frankreich einige europäische Länder ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. Während die Bedrohung eher im Zentrum Europas gesehen wird, fühlen sich die Bürger der übrigen Staaten Europas sicher, wie eine dpa-Umfrage ergab:

EUROPÄISCHE UNION Die EU-Innenminister wollen den Austausch von Fluggastdaten vorantreiben. Der bisher am Widerstand des EU-Parlaments gescheiterte Plan der EU-Kommission sieht die Speicherung von Buchungs- und Flugdaten durch die Fluggesellschaften vor, um den Sicherheitsbehörden Zugriff auf Daten von Fluggästen zu geben, die in die EU ein- oder aus der Union ausreisen.

DEUTSCHLAND Justizminister Heiko Maas will noch im Januar Pläne für schärfere Sicherheitsgesetze vorlegen. Schon die Absicht, an Terrorcamps teilzunehmen, soll unter Strafe gestellt werden, ebenso die finanzielle Unterstützung von Terrorismus. Am Mittwoch stand im Kabinett die Änderung des Passgesetzes auf der Tagesordnung. Durch Entzug des Personalausweises sollen Islamisten daran gehindert werden, in Kampfgebiete wie Syrien und den Irak auszureisen.

GROSSBRITANNIEN Premier David Cameron hat neue Überwachungs-Kompetenzen für die Geheimdienste ins Gespräch gebracht. Davon könnten beliebte Kurznachrichtendienste wie Whatsapp betroffen sein. Daneben sind in London strengere Anti-Terror-Gesetze vorgesehen. Unter anderem sollen Lehrer und Dozenten verpflichtet werden, radikale Tendenzen zu melden.

SPANIEN Spanien hatte nach den Anschlägen 2004 auf Madrider Pendlerzüge mit 191 Toten den Kampf gegen den islamistischen Terror drastisch verstärkt. 2010 verabschiedete die Regierung zudem einen Geheimplan, der die Anwerbung von Terroristen verhindern sollte und mehr Einreisekontrollen vorsah. Innenminister Jorge Fernández Díaz will am Freitag im Kabinett einen neuen Anti-Terror-Plan vorlegen.

BELGIEN Die Regierung hat mehrere Vorschläge ausgearbeitet, über die die Minister an diesem Freitag beraten. Dazu gehört der Einsatz des Militärs, um bestimmte Orte oder Einrichtungen zu überwachen. Die Telefon-Überwachung von Verdächtigen soll ausgeweitet werden. Zudem sind Maßnahmen zum Schutz gegen rückkehrende Kämpfer aus Syrien oder dem Irak angedacht.

NIEDERLANDE Zunächst sind in den Niederlanden keine neuen Maßnahmen geplant. Justizminister Ivo Opstelten hofft jedoch, dass ein dem Parlament bereits seit August 2014 vorliegendes Paket mit Anti-Terror-Maßnahmen nun mit Vorrang verabschiedet wird. Dazu gehört ein Reiseverbot für mögliche Dschihadisten. Geplant ist auch der Entzug der niederländischen Staatsangehörigkeit für die Personen, die am bewaffneten Kampf einer Terror-Gruppe teilgenommen haben.

NORWEGEN Rund um Redaktionen wie etwa den Rundfunksender NRK ist die Sicherheit erhöht worden. Die Polizei vor dem Parlament trägt seit kurzem automatische Waffen anstelle von Pistolen. Den Pass konnte die Polizei Islamisten schon vorher entziehen.

ITALIEN In Italien soll unter anderem eine Anti-Terror-Behörde eingerichtet werden, nach dem Modell der Anti-Mafia-Staatsanwaltschaft, die sich mit der Gefahr des fundamentalistischen Terrorismus befasst. Auch soll Terrorverdächtigen, die das Land verlassen möchten, der Pass entzogen werden können. Außerdem soll die Polizei mehr Rechte bekommen, um Webseiten für Terror-Propaganda zu blockieren. Die Sicherheit an vielen sensiblen Orten in Italien wurde seit den Pariser Anschlägen erhöht, darunter an Sehenswürdigkeiten wie dem Kolosseum oder dem Petersplatz in Rom.

ÖSTERREICH Wien plant eine «Sicherheitsoffensive» gegen den Terror. Das Innenministerium will einen dreistelligen Millionenbetrag in bessere Ausrüstung für Spezialeinheiten und die Polizei investieren. Bereits im Herbst brachte die rot-schwarze Koalition in Wien zudem ein Gesetz zur Eindämmung der «Reisetätigkeit» gewaltbereiter Islamisten auf den Weg. Doppelstaatsbürger, die in den Dschihad ziehen, verlieren demnach den österreichischen Pass.

SLOWAKEI In dem Land sind keine Maßnahmen geplant, es sieht sich aber in seiner restriktiven Asylpolitik bestärkt. Die Slowakei gewährt so wenigen Menschen Asyl wie kaum ein anderes EU-Land.

RUMÄNIEN Die rumänische Regierung will ein geändertes Gesetz zur Überwachung von Mobiltelefon- und Internet-Daten einführen. Ein seit 2012 geltendes, im Volksmund «Big Brother» genanntes Gesetz, war im Herbst vom Verfassungsgericht gekippt worden, weil die Richter den Schutz vor Daten-Missbrauch als nicht gesichert sahen.

UNGARN In Ungarn sind keine Maßnahmen geplant. In dem Land gibt es keine nennenswerte Einwanderung und auch keine muslimischen Bevölkerungsgruppen.

BALTIKUM In Estland, Lettland und Litauen sehen die Sicherheitsbehörden derzeit keine erhöhte Terrorgefahr. Anders als in westlichen EU-Staaten ist der Islam kein weit verbreitetes Kulturphänomen im Baltikum.

Terrorismus / Europa
14.01.2015 · 11:38 Uhr
[1 Kommentar]
Carsten Linnemann (Archiv)
Berlin - Die Beamten in Bund und Ländern dürfen nach Überzeugung von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann auf keinen Fall in den Genuss der geplanten 1.000-Euro-Entlastungsprämie für Angestellte kommen. Linnemann sagte dem Nachrichtensender "Welt" zu Forderungen nach einer Einbeziehung von Beamten: "Das muss absolut verhindert werden." Das sei keine […] (00)
vor 4 Minuten
Joe Jonas
(BANG) - Joe Jonas erlebte "viele gemischte Emotionen", als die Jonas Brothers im vergangenen Jahr ihre 20-jährige Jubiläumstour abschlossen. Der 36-jährige Sänger stand gemeinsam mit seinen Brüdern Nick (33) und Kevin (38) für 74 Shows in Nordamerika auf der Bühne. Das große Finale fand im Dezember im New Yorker Barclays Center statt. Im Gespräch mit […] (00)
vor 3 Stunden
Amazfit Cheetah 2 Pro für anspruchsvolle LäuferInnen ab sofort erhältlich
Diese Laufuhr feiert schon vor ihrem offiziellen Launch starke Erfolge: In Berlin knackte Amanal Petros seine deutsche Halbmarathon-Bestzeit. Und letztes Wochenende lief Yemal Crippa beim Paris-Marathon mit 2: 05: 18 als Erster durchs Ziel. Beide Spitzensportler gehören zum Amazfit Athleten-Team und waren schon vor dem Marktstart mit der brandneuen […] (00)
vor 12 Minuten
Das Inferno wütet über Bayou: Hunt Showdown 1896 lässt die Flammen los
Ein infernalisches Schauspiel bahnt sich an, das die ohnehin schon unerbittliche Welt von Hunt: Showdown 1896 in ihren Grundfesten erschüttern wird. Die lang ersehnte Rückkehr des Infernos steht bevor und taucht die verfluchten Bayous in ein gleißendes Flammenmeer, das Jäger und Gejagte gleichermaßen auf eine harte Probe stellen wird. Crytek enthüllt […] (00)
vor 2 Stunden
Über zwei Millionen sehen Bayern-Kracher gegen Real
Das Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid sorgt bei DAZN für neue Bestwerte. Der Streaminganbieter DAZN kann sich über einen außergewöhnlich erfolgreichen Fußballabend freuen, denn das Halbfinal-Rückspiel der UEFA Champions League zwischen dem FC Bayern München und Real Madrid entwickelte sich nicht nur sportlich zum Drama, sondern auch quotentechnisch zum […] (00)
vor 2 Stunden
Julian Nagelsmann (l.) und Deniz Undav (r.)
München (dpa) - Julian Nagelsmann hat sich bei Deniz Undav für eine kritische Aussage nach dem Testspielsieg gegen Ghana entschuldigt. Der Bundestrainer machte dem Stuttgarter Stürmer in einem Interview außerdem Hoffnung auf eine wichtigere WM-Rolle in der Fußball-Nationalmannschaft. «Ich habe mich in dem Moment einfach ein bisschen triggern lassen von […] (00)
vor 34 Minuten
woman, crypto, bitcoin, digital, currency, coin, blockchain, happy, success, business
Bitcoin hat sich in Richtung einer wichtigen On-Chain-Widerstandszone bewegt, doch laut Glassnode sieht die Bewegung eher wie ein fragiler Aufschwung aus, als der Beginn eines überzeugenden Trendwechsels. In seinem aktuellen Bericht "The Week On-chain" erklärt das Analyseunternehmen, dass Bitcoin nahe $74.000 gehandelt wird, etwa 5,2 % unter dem True […] (00)
vor 52 Minuten
Wanderausstellung des Jugendkunstwettbewerbs DONAURIES beim Jazz‑Kunst‑Abend am THG Nördlingen
Donauwörth, 16.04.2026 (lifePR) - Mit der ersten Station der Wanderausstellung Jugendkunst DONAURIES wird der Jugendkunstwettbewerb DONAURIES 2025 offiziell der Öffentlichkeit präsentiert. Den Auftakt bildet das Theodor‑Heuss‑Gymnasium Nördlingen: Im Rahmen des Jazz‑Kunst‑Abends am 19. April ab 18 Uhr verschmelzen dort junge Kunst und Musik zu einem besonderen kulturellen Erlebnis. Der […] (00)
vor 1 Stunde
 
EU-Kommission
Brüssel (dpa) - Die Bundesregierung darf die deutsche Industrie mit einem […] (00)
Supermarkt (Archiv)
Berlin - Verdi hat kurz vor Beginn der Tarifverhandlungen im Handel eine Lohnerhöhung […] (00)
Ein Toter und 21 Verletzte bei Zugunfall in der Slowakei
Bratislava (dpa) - Beim Zusammenstoß eines Personenzugs und eines Lastwagens im […] (00)
Europäischer Gerichtshof (Archiv)
Luxemburg - Die Ausgestaltung des inzwischen abgeschafften bayerischen Familiengeldes […] (00)
GTA 6 vor neuem Schub? Nächster Take-Two-Call wird für Fans plötzlich richtig spannend
Seit Monaten wirkt es so, als würde die GTA-Community auf genau diese Momente […] (00)
JP Morgan glänzt mit Rekordquartalen: Investmentbanking treibt Gewinne in die Höhe
JP Morgans historische Erfolgsbilanz Die US-amerikanische Großbank JP Morgan hat […] (00)
Timothée Chalamet in Dune
(BANG) - Timothée Chalamets Rückkehr als Paul Atreides in 'Dune: Part Three' wird in […] (00)
Hailey Bieber
(BANG) - Hailey Bieber befürchtet, dass ihr Sohn in einer "düsteren" Welt aufwächst. […] (00)
 
 
Suchbegriff