Mutares greift bei „Haro“ zu: Parkett-Tradition trifft Private-Equity-Strategie
150 Millionen Euro Umsatz – 700 Beschäftigte
Das übernommene Geschäft erwirtschaftet laut Mutares einen Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro. Zum Kaufpreis machte der Investor keine Angaben.
Haro beschäftigt rund 700 Mitarbeiter in Deutschland und Bulgarien. Produziert werden neben Parkett auch Laminat, Design- und Sportböden sowie Akustiklösungen.
Die Marke gilt als einer der bekanntesten deutschen Parketthersteller mit starker Positionierung im Premiumsegment.
Strategische Neuausrichtung unter Mutares
Mutares ist auf Sanierungsfälle, Konzernabspaltungen und operative Transformation spezialisiert. Das Geschäftsmodell folgt einem klaren Muster:
- Erwerb mittelständischer Industrieunternehmen
- Operative Restrukturierung
- Internationalisierung
- Wertsteigerung durch Effizienzprogramme
Vorstand Johannes Laumann sprach von einer „außergewöhnlichen Gelegenheit“, Deutschlands führenden Parketthersteller mit weltweit anerkannter Marke zu erwerben.
Wachstumsfantasie in Asien
Besonders in Asien sieht Mutares Wachstumspotenzial. Dort steigen Nachfrage und Zahlungsbereitschaft für hochwertige Bodenlösungen, insbesondere im gehobenen Wohn- und Gewerbebau.
Für Haro eröffnet sich damit eine neue strategische Perspektive:
Vom traditionellen europäischen Hersteller hin zu einer stärker global ausgerichteten Premium-Marke.
Marktumfeld bleibt anspruchsvoll
Die Bodenbelagsbranche ist jedoch zyklisch. Baukonjunktur, Zinsentwicklung und Immobilienmarkt beeinflussen die Nachfrage erheblich. In Europa leidet die Branche weiterhin unter schwacher Neubautätigkeit und zurückhaltenden Investitionen.
Für Mutares bedeutet das:
Die operative Optimierung muss greifen, bevor sich ein konjunktureller Aufschwung materialisiert.
Klassischer Carve-out mit internationaler Perspektive
Mit der Übernahme von Haro setzt Mutares seine Buy-and-Build-Strategie fort. Für das Traditionsunternehmen beginnt eine neue Phase außerhalb der bisherigen Eigentümerstruktur.
Ob der Investor das identifizierte Wachstumspotenzial – insbesondere in Asien – realisieren kann, wird entscheidend für die Wertentwicklung sein.
Für den deutschen Mittelstand ist der Deal ein weiteres Beispiel dafür, wie Private-Equity-Investoren zunehmend industrielle Kernsegmente übernehmen – mit dem Ziel, aus Tradition neue Dynamik zu entwickeln.


