Modi wirft Islamabad Beteiligung an Anschlag vor und öffnet Infrastrukturprojekt
Der indische Premierminister Narendra Modi hat bei seinem ersten Besuch im von Indien verwalteten Teil Kaschmirs scharfe Vorwürfe gegen Pakistan erhoben. Bei der Einweihung einer neuen Eisenbahnverbindung im Unionsterritorium Jammu und Kaschmir machte Modi den Nachbarn verantwortlich für einen Terroranschlag im April, der auf die Zerstörung der Lebensgrundlage durch den Tourismus abzielte. Mit dieser Infrastrukturmaßnahme will Indien ein deutliches Signal des Fortschritts in der Region setzen.
Modi unterstrich, dass die Weiterentwicklung Kaschmirs trotz der Gewalt fortgeschritten werde. Er kritisierte, Pakistan sei nicht nur gegen den Frieden, sondern auch gegen den Tourismus und das Leben der ärmsten Bevölkerungsschichten gerichtet. Islamabad wies allerdings die Anschuldigungen entschieden zurück.
Der Anschlag in der Nähe von Pahalgam, bei dem 26 Menschen ums Leben kamen, darunter viele Touristen, hatte zu einer neuen Eskalation zwischen den beiden Atommächten geführt. Indische Truppen reagierten mit Angriffen auf Ziele in Pakistan, was zu umfassenden Gefechten in der Grenzregion führte. Schließlich vereinbarten beide Staaten einen überraschenden Waffenstillstand am 10. Mai. Trotzdem bleibt die Region Kaschmir, das von beiden Ländern vollständig beansprucht wird, ein geopolitischer Zankapfel.
Ein besonderes Highlight von Modis Besuch war die Eröffnung der weltweit höchsten Eisenbahnbogenbrücke, die Bahnen in 359 Meter Höhe über den Fluss Chenab führt. Dieses architektonische Meisterwerk soll das Kaschmir-Tal besser in das indische Schienennetz integrieren und wirtschaftliche Impulse setzen.

