Modernisierung der Bahnstrecken: Fortschritt mit Hindernissen
Die umfassende Erneuerung deutscher Bahnstrecken, lange überfällig und oft gefordert, wird bis in die 2030er Jahre andauern. In enger Abstimmung mit dem Bund präsentierte die Deutsche Bahn eine aktualisierte Reihenfolge für die geplante Modernisierung von 42 Korridoren im Hochleistungsnetz.
Die Strecke Flensburg-Hamburg wird als letzte im Jahr 2036 saniert. Im Jahr 2024 stehen Generalsanierungen der Korridore Hagen-Wuppertal-Köln, Nürnberg-Regensburg, Obertraubling-Passau sowie Troisdorf-Unkel/Unkel-Wiesbaden auf der Agenda. Drei Jahre später sollen die Strecken Rosenheim-Salzburg, Lehrte-Berlin, Bremerhaven-Bremen und Fulda-Hanau in Angriff genommen werden.
Die Bauarbeiten erfordern eine Vollsperrung der jeweiligen Streckenabschnitte für rund sechs Monate, mit der Zusicherung, danach fünf Jahre lang baufrei zu bleiben. Ursprünglich war eine Fertigstellung bis 2031 geplant.
Der Startschuss fiel vergangenes Jahr auf der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Gegenwärtig laufen Projekte bei Hamburg-Berlin sowie Emmerich-Oberhausen.
Ein Hindernis stellt die Kritik der Güterverkehrsbranche dar, die durch Umleitungen während der Sanierungen Mehrbelastungen erfährt. Nach intensiven Diskussionen wurde im Juli ein überarbeitetes Konzept mit den Beteiligten abgestimmt. Wirtschaftsvertreter wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begrüßen die Fortschritte, vermissen jedoch durchdachte Umgehungsstrecken und kritisieren starre Sperrkonzepte. Der Verband Mofair lobt die terminliche Planbarkeit, weist aber auf bestehende offene Fragen hin. Die neu festgelegte Priorisierung ab 2028 profitiert von klaren Zeitplänen, jedoch bleibt Raum für Verbesserungen.

