Minister verteidigt Förderbedingungen gegen Kritik: „Nicht jeder hat ein dickes Portemonnaie“
Schneider: Förderung von Hybrid-Autos wird überprüft – „Plug-in-Hybride müssen wirklich elektrisch genutzt werden“
Stuttgart, 26.01.2026 (lifePR) - Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verteidigt die Förderbedingungen seiner Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybridmodelle. Im Gespräch mit auto motor und sport betont der Minister das Ziel, endlich auch den Absatz von Elektroautos an Privatkunden anzukurbeln. „Klimaneutrales Fahren muss möglich sein, auch wenn man nicht das größte Portemonnaie hat“, so Schneider. Zugleich wolle die Bundesregierung wirtschaftliche Impulse setzen. „Die Konjunktur stagniert, wir wollen Anreize für Wachstum setzen. Die Automobilbranche ist in Deutschland ein Leitmarkt – auch ein psychologischer. Der Pkw-Bestand in Deutschland ist so alt wie nie. Je mehr neue Elektroautos dazukommen, desto besser ist es. Da setzen wir an: Konjunktur, sozialer Ausgleich und Klimawirkung.“
Dass auch Plug-in-Hybridmodelle, also Autos mit Verbrenner- und Elektroantrieb mit aufladbarem Akku, gefördert werden, hält Schneider für sinnvoll, obwohl die SPD offenbar gegen diese Förderung eingetreten ist. „Diese Entscheidung der Koalition hat auch wirtschaftspolitische Gründe. Wir wollen angeschlagene Zulieferer stabilisieren. Nächstes Jahr kommt das Thema aber erneut auf den Tisch. Ich würde nämlich gerne die stärker belohnen, die ihren Plug-in-Hybrid wirklich elektrisch nutzen. Mittelfristig bin ich mir sicher, dass sich die rein batterieelektrischen Autos bei den Kunden durchsetzen werden.“
In Verbindung mit den hohen Rabatten und Prämien, die die Autohersteller beim Neukauf gewähren, glaubt Schneider an einen Durchbruch der Elektromobilität. „Die Hersteller haben wegen der EU-Flottenregulierung ein eigenes Interesse, viele E-Autos auf den Markt zu bringen. Sie haben jetzt 20 Milliarden in die Entwicklung gesteckt, also müssen sie die Autos jetzt verkaufen“, so Schneider. „Ich werde mir die Preisentwicklungen genau ansehen. Mein Gefühl ist: Da kommt jetzt was ins Rollen.“
Für sinnvoll hält es Schneider auch, dass es die Kaufprämien auch für die Autos ausländischer Hersteller gibt. „Acht von zehn neu zugelassenen Elektrofahrzeugen waren 2025 Made in Europe. Und gerade die deutsche Volkswirtschaft profitiert von internationaler Arbeitsteilung“, unterstreicht der Minister. „Als Exportland baue ich daher keine künstlichen Barrieren auf, wenn es nicht nötig ist. Und die deutschen Automobilhersteller haben so starke neue Modelle am Start, dass wir uns nicht zu verstecken brauchen.“
Redakteur: Claudius Maintz

