Mietexplosion: Deutschland protestiert für bezahlbares Wohnen
Die Problematik der steigenden Mietpreise bewegt die Menschen in Deutschland dazu, ab heute auf die Straßen zu gehen. Initiiert von der Kampagne 'Mietenstopp' umfassen die Aktionstage verschiedene Formen des Protests, darunter Kundgebungen, Fotoaktionen und direkte Gespräche mit Betroffenen.
Stefan Körzell vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) äußerte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur seine Besorgnis darüber, dass immer mehr Menschen einen erheblichen Teil ihres Einkommens allein für die Miete aufbringen müssen. Unterstützt von rund 180 Partner-Organisationen finden diese Veranstaltungen bis Sonntag statt.
Körzell bezeichnete die derzeitige Mietpreisentwicklung als 'sozialpolitischen Skandal' und betonte deren negativen Einfluss auf den Fachkräftemangel. Immer mehr Arbeitnehmer seien gezwungen, weiter von ihren Arbeitsplätzen entfernt zu wohnen, da in ihrer Nähe keine bezahlbaren Wohnungen mehr verfügbar sind.
Proteste sind unter anderem in den Städten München, Köln und Bremen geplant. Die Hauptforderung der Demonstrierenden und des DGB ist ein Moratorium für Mieterhöhungen von sechs Jahren.
Laut einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Nettokaltmieten seit 2010 signifikant gestiegen, zuletzt um etwa vier Prozent innerhalb eines Jahres, sowohl bei Bestands- als auch bei Neubauten.

