Merck & Co expandiert in die Atemwegsmedizin: Milliardenübernahme von Verona Pharma
Der amerikanische Pharma-Gigant Merck & Co plant eine strategische Expansion in den Bereich der Atemwegsmedizin durch den bevorstehenden Kauf des britischen Biotech-Unternehmens Verona Pharma. Diese Transaktion, die als größter Zukauf der letzten zwei Jahre für Merck gilt, erfolgt zu einem Zeitpunkt, da das lukrative Patent für Mercks führendes Krebsmedikament Keytruda in naher Zukunft ausläuft.
Verona Pharma, bekannt für seine Expertise in Lungenkrankheiten, soll von Merck für stattliche 107 US-Dollar pro American Depository Share erworben werden, was einen Bonus von 23 Prozent gegenüber dem letzten Schlusskurs darstellt. Damit würde sich der gesamte Übernahmepreis auf rund 10 Milliarden US-Dollar belaufen.
Diese Bewertung unterstreicht das strategische Interesse von Merck an der Erweiterung seiner Produktpipeline durch Veronas zugelassenes Medikament Ohtuvayre, das insbesondere bei chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen Anwendung findet. Marktbeobachter gehen davon aus, dass Ohtuvayre in den Vereinigten Staaten erhebliche Umsätze generieren könnte, mit Spitzenwerten von nahezu 4 Milliarden US-Dollar jährlich bis Mitte der 2030er Jahre.
Der geplante Zukauf könnte bereits in Kürze offiziell verkündet werden, obwohl bisher weder Merck noch Verona Pharma sich zu den laufenden Verhandlungen äußerten. Dieser Schritt stellt einen wichtigen Meilenstein für Merck dar, insbesondere angesichts der Herausforderungen, die das Ende des Patentschutzes für Keytruda im Jahr 2028 mit sich bringen wird.
Die Akquisition von Verona ist zudem die bedeutendste seit dem Kauf von Prometheus Biosciences im Jahr 2023 und deutet auf einen klaren Trend in der Pharmaindustrie hin, bei dem etablierte Unternehmen nach innovativen Biotech-Firmen mit marktreifen Produkten suchen, um entstandene Lücken durch auslaufende Patente zu schließen.

