Meloni kritisiert EU: "Geopolitische Bedeutungslosigkeit droht"
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat in einer scharfen Rede die Rolle der Europäischen Union auf der Weltbühne in Frage gestellt. Die Vorsitzende der Fratelli d'Italia kritisierte in Rimini, dass die EU Gefahr laufe, an geopolitischer Bedeutung zu verlieren. Meloni betonte, dass der Staatenbund, dem Italien selbst angehört, derzeit nicht imstande sei, den Herausforderungen der internationalen Konkurrenz durch China und die USA zu begegnen.
Ihre Aussagen weckten Erinnerungen an die kürzlichen Bemerkungen von Mario Draghi, ihrem parteilosen Vorgänger und ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank. Auch Draghi hatte vor der geopolitischen und wirtschaftlichen Anfälligkeit Europas gewarnt. Meloni betonte, dass sie diese Entwicklung schon lange vorausgesehen habe. Das Fundament der EU und ihrer Demokratien, so Meloni, werde von "zynischen Autokratien" infrage gestellt.
Die Italienische Regierungschefin plädierte dafür, dass die Union sich auf ihre ureigenen Werte besinnen müsse. Giorgia Meloni, die seit Oktober 2022 die Führung einer Rechtskoalition innehat, äußerte sich schon während ihres Wahlkampfes EU-kritisch. Seit ihrem Amtsantritt zeigt sie sich jedoch gemäßigter in ihren Ansichten.

