LVMH trotzt Herausforderungen, aber Konsumflaute hinterlässt Spuren
Der Luxusgüterkonzern LVMH muss sich mit den unerfreulichen Folgen weltweiter Handelskonflikte auseinandersetzen, die eine gedämpfte Konsumlaune mit sich brachten und Umsatz sowie Gewinn im letzten Geschäftsjahr beeinträchtigten. Besonders in Europa schwächelte die Nachfrage im zweiten Halbjahr. Die Handelsstreitigkeiten wirkten sich vor allem im Wein- und Spirituosensektor in wichtigen Märkten wie China und den USA negativ aus, was zu einer geringeren Nachfrage nach Cognac führte. Die Märkte reagierten darauf ungehalten, und der Aktienkurs verlor am Donnerstagvormittag über sieben Prozent an Wert.
Chiara Battistini von JPMorgan lobte die strikte Kostenkontrolle von LVMH, die in der Lage war, die volatilen Umsätze teilweise auszugleichen. Das operative Ergebnis übertraf somit knapp ihre Erwartungen, obwohl die Gesamtergebnisse als gemischt angesehen werden müssen. Ähnlich äußerte sich Jefferies-Analyst James Grzinic. Trotz eines leichten Übertreffens der Erwartungen im operativen Ergebnis bleibt Vorsicht geboten: Die Nachfrage bleibt volatil und die Währungssituation ungünstig.
LVMH verzeichnete 2025 einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf etwa 81 Milliarden Euro, wobei der starke Euro ebenfalls seinen Tribut forderte. Organisch ging der Umsatz um ein Prozent zurück. Der einzige Lichtblick war ein leichtes organisches Plus von einem Prozent im vierten Quartal. Im Wein- und Spirituosengeschäft enttäuschte der Umsatz deutlich, während das Mode- und Ledergeschäft den Erwartungen entsprach und Uhren sowie Schmuck besser abschnitten als vermutet.
Das bereinigte operative Ergebnis sank um neun Prozent auf etwa 17,8 Milliarden Euro, mit zweistelligen Rückgängen in den Bereichen Spirituosen sowie Mode- und Lederwaren. Der Nettogewinn fiel um 13 Prozent auf knapp 10,9 Milliarden Euro. Dennoch sollen die Aktionäre eine Dividende von insgesamt 13 Euro je Aktie erhalten, wobei bereits 5,50 Euro als Zwischendividende ausgezahlt wurden.
Die Führung von LVMH zeigt sich für das neue Jahr optimistisch, auch wenn Chef Bernard Arnault ein schwieriges operatives Umfeld erwartet. Um dieser Herausforderung zu begegnen, plant der Konzern, seine Ausgaben zu deckeln, ohne jedoch einen konkreten Ausblick zu kommunizieren.

