Investmentweek

Luxus statt Lasten – Mercedes kappt Kleintransporter und beendet Renault-Allianz

14. April 2025, 18:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Der Stuttgarter Autobauer stellt Citan und T-Klasse ein. Die Entscheidung markiert das Aus für die einst gefeierte Partnerschaft mit Renault – und den Rückzug aus einem Segment, das längst nicht mehr zum neuen Selbstbild passt.

Ab 2026 Schluss mit Citan & Co.

Mercedes-Benz vollzieht die nächste Stufe seines Strategiewechsels: Der DAX-Konzern zieht sich aus dem Small-Van-Segment zurück und streicht die Modelle Citan, eCitan, T-Klasse und EQT ersatzlos.

Auch die Kooperation mit Renault, einst als „technisch sinnvoll“ verteidigt, läuft damit aus. Die Fertigung in Maubeuge, Nordfrankreich – bei einer Renault-Tochter – endet 2026.

Offiziell begründet der Autobauer den Schritt mit der Fokussierung auf margenträchtigere Baureihen wie den Sprinter und die V-Klasse. Diese Entscheidung entspricht der im Mai 2023 kommunizierten Maxime, Investitionen in profitable Segmente zu lenken. Für Mercedes ist das vor allem der obere Van-Bereich.

Abgesang auf die Allianz mit Renault

Was als technische Liaison begann, endete im Stillen: Die Citan/T-Klasse-Plattform basiert auf dem Renault Kangoo – ein Kompromiss, den viele Mercedes-Ingenieure nie wirklich akzeptierten. „Kein echter Mercedes“, heißt es konzernintern.

Mercedes verlässt endgültig das Einstiegssegment – die Zusammenarbeit mit Renault, einst Hoffnungsträger für Synergien, ist Geschichte.

Die nun bevorstehende Einstellung beerdigt das letzte Projekt aus der Kooperation, nachdem auch der Smart längst nach China abgewandert ist.

Die Logik dahinter ist betriebswirtschaftlich, aber auch symbolisch: Mercedes will sich nicht länger über Masse definieren, sondern über Marge. Das Einstiegssegment ist mit dieser Haltung unvereinbar. Zumal die Zahlen die Entscheidung stützen.

Wirtschaftlich entbehrlich – strategisch konsequent

Nur rund sieben Prozent der jährlichen Van-Verkäufe entfielen zuletzt auf die Kleinen. 2024 schrumpfte der Absatz dieser Baureihen von 31.500 auf 28.500 Fahrzeuge – im Privatkundenbereich sogar um mehr als 30 Prozent. Das Geschäftsmodell ist nicht nur kleinteilig, sondern auch renditeschwach.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Neue Sicherheits- und Abgasnormen, verschärfte CO₂-Grenzwerte, neue Zertifizierungen – all das macht die Fortführung der Baureihen teuer. Zu teuer. In einem Konzern, der gleichzeitig über eine Milliarde Euro pro Jahr in die Entwicklung neuer Van-Plattformen steckt, fällt die Priorisierung leicht.

Fehleinschätzung beim Elektrovan bremst Luxusstrategie

Die Vorstellung, man könne den Übergang zur Elektromobilität im Van-Segment beschleunigen, hat sich als Illusion entpuppt. Der eCitan und der EQT liefen schwächer als erwartet, viele Kunden greifen weiterhin zu Dieselantrieben.

Die rein elektrische Plattform VAN.EA wird nun durch die neue VAN.CA ergänzt – mit Platz für moderne Verbrenner. Ein klarer Rückschritt in der Produktplanung, aber ein notwendiger Schritt in der Realität.

Diese Korrektur kostet – technologisch, strategisch und finanziell. Die Investitionen in die Van-Sparte schnellen auf über eine Milliarde Euro im Jahr. Gleichzeitig fehlt es an Skaleneffekten im Small-Van-Bereich, um diese Summen über die Kleintransporter zu refinanzieren. Ein harter, aber rationaler Schnitt.

Rückzug mit Ansage – und politischer Brisanz

Der Ausstieg aus dem Segment bedeutet auch, dass Mercedes keine Fahrzeuge unterhalb von rund 45.000 Euro mehr im Programm hat. Die soziale Durchlässigkeit der Marke nimmt weiter ab – nicht nur in der PKW-Sparte. Für politische Entscheider, die auf heimische E-Mobilität zu erschwinglichen Preisen hoffen, ist das ein Dämpfer.

Zugleich stellt sich die Frage: Wenn selbst ein Konzern wie Mercedes den Einstiegsbereich für unrentabel erklärt – wer kann es dann noch leisten? Der Rückzug der Premiumhersteller könnte mittel- bis langfristig zu einem strukturellen Angebotsmangel im unteren Van-Segment führen. Eine Lücke, in die chinesische Marken bereitwillig stoßen dürften.

Finanzen / Automobile
[InvestmentWeek] · 14.04.2025 · 18:00 Uhr
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