Lufthansa im Tarifstreit: Betriebsrenten im Fokus
Die angespannte Lage zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) spitzt sich weiter zu. Trotz der Forderungen der VC nach deutlich höheren Beiträgen des Arbeitgebers zu den Rentenfonds signalisiert die Führung der Fluggesellschaft Zurückhaltung. Jens Ritter, Chef von Lufthansa Airlines, betont in einem internen Interview, dass die aktuelle wirtschaftliche Lage der Airline keine weiteren finanziellen Belastungen zulasse. Eine Verbesserung der bestehenden, bereits umfassenden betrieblichen Altersvorsorge sei daher einfach nicht umsetzbar. Im Kern betrifft der Streit Betriebsrenten und Übergangsversorgungsansprüche von rund 4.800 Pilotinnen und Piloten.
Die VC, unzufrieden mit dem bisherigen Verhandlungsverlauf, hat bereits eine Urabstimmung über potenzielle Streiks bei Lufthansa und ihrer Frachtsparte Lufthansa Cargo eingeleitet. Das Ergebnis der Abstimmung wird bis Ende September erwartet. Die gegenwärtigen Forderungen der VC könnten laut Ritter zu einer erheblichen Kostensteigerung um 228 Millionen Euro jährlich führen, was einer Verdoppelung der bisherigen Aufwendungen gleichkäme. Dies würde die finanzielle Stabilität der Airline gefährden und möglicherweise zu einer Umverteilung von Flugzeugen hin zu profitableren Operationseinheiten führen. Trotz der Differenzen zeigt sich Ritter jedoch weiterhin offen für Gespräche und mahnt zur Besonnenheit, um Eskalationen zu vermeiden.
Parallel dazu zeichnet sich eine weitere Tariffront ab: Die Kabinengewerkschaft Ufo hat die Verhandlungen über eine tarifliche Gesamtlösung für das Kabinenpersonal bei Lufthansa und deren Tochtergesellschaften für gescheitert erklärt. Nun plant Ufo, die Belange der Kabinenangestellten in separaten, unabhängig geführten Verhandlungen voranzutreiben.

