Lufthansa enthüllt historische Flugzeuge am Frankfurter Flughafen
Die Ankunft einer Lockheed Super Star auf der Baustelle am Frankfurter Flughafen sorgt bereits für Aufsehen, auch wenn die letzten Flügel noch fehlen. Stolz in den historischen Farben der Lufthansa lackiert, erscheint der Rumpf des Flugzeugs fast bescheiden neben den Giganten des zeitgenössischen Flugverkehrs. Zusammen mit einer Junkers Ju 52 aus den 1930er Jahren soll die Super Star Besucher des neuen Besucher- und Konferenzzentrums anziehen, das neben der Lufthansa-Zentrale entsteht.
Die Lockheed Super Star, ein Vertreter der Constellation-Reihe, spiegelt die Ambitionen der Luftfahrt in den 1950er Jahren wider. Obwohl sie damals vor allem durch ihre vier 16-Zylinder-Motoren und das eindrucksvolle dreiflossige Leitwerk bestach, wurde sie rasch von modernen Jets wie der Boeing 707 abgelöst. Lufthansa nutzte dieses Flugzeugmodell nur für kurze Zeit und setzte vier Exemplare für Passagierflüge von 1958 bis 1960 ein, bevor diese bis 1965 als Frachter dienten. Die ununterbrochene Atlantiküberquerung von Hamburg nach New York dauerte oft bis zu 17 Stunden.
Die Restaurierung der Super Star gestaltete sich als ambitioniertes Unterfangen. Techniker arbeiteten zehn Jahre lang daran, aus mehreren Exemplaren eine flugfähige Maschine zu rekonstruieren, verloren jedoch den Kampf gegen den Rost. Die Notwendigkeit komplexer technischer Zertifizierungen führte schließlich 2018 zur Einstellung des Projekts. Doch die Leidenschaft der Restauratoren war nicht umsonst: Die heute in Deutschland ausgestellte Maschine, basierend auf einem weniger schadhaftem TWA-Exemplar, beeindruckt nun durch detailgetreue Aufarbeitung im Cockpit und in der Kabine.
Im April soll das Besucherzentrum eröffnen und damit einen Raum für Technikbegeisterte, Luftfahrtliebhaber und Passagiere bieten. Neben den technischen Errungenschaften wird sich die Lufthansa auch der eigenen historischen Verantwortung stellen. Diese reicht zurück zur Vorgängerin Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft, die sich zur NS-Zeit in fragwürdiger Rolle befand. Doch während die heutige Lufthansa juristisch nichts mit jener Zeit zu tun hat, engagiert sie sich aktiv in der Aufarbeitung der Geschichte. Die künftige Ausstellung soll nicht nur die Technologie, sondern auch historische Einsichten vermitteln und damit ein ganzheitliches Erlebnis schaffen. Eine neu aufgelegte Firmengeschichte ist in Planung, die tiefer in die Jahrzehnte des Unternehmens einsteigen wird.

