Luftbrücken als Ultima Ratio: Kontroversen um Gazastreifen-Hilfsflüge
Die geplanten Hilfsflüge von Deutschland und Jordanien zur Versorgung des Gazastreifens stoßen auf Kritik innerhalb der SPD. Als ineffizient und unsicher bei der Verteilung vor Ort beschrieben, äußerte der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, Zweifel an der Effektivität der Luftbrücke. Auch SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf plädierte für einen Wandel hin zu umfassenderen Maßnahmen, um die humanitäre Lage zu lindern und eine politische Lösung zu forcieren.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) teilte mit, dass zwei A400M-Maschinen der Bundeswehr mit Hilfsgütern ausgerüstet bereits auf dem Weg in die Region seien. Die Flugzeuge würden von Jordanien aus starten, um ihre Einsätze durchzuführen. Ein genauer Einsatzbeginn sei von den Umständen abhängig, werde aber spätestens ab dem Wochenende erwartet.
Christian Katzer von Ärzte ohne Grenzen betonte im ZDF, dass die kalorienmäßig begrenzten Luftlieferungen nur temporär helfen können. Er forderte die Öffnung der Grenzübergänge für den Bodenweg, um eine sichere Verteilung sicherzustellen. Ähnlich äußerte sich Gerda Hasselfeldt vom Deutschen Roten Kreuz, die die Vielzahl aufgestauter Hilfsgüter auf Lkw an der Grenze betonte, welche effizienter verteilt werden könnten.
Thomas Röwekamp (CDU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, räumte ein, dass die flüchtigen Luftbrücken keine tragfähige Lösung darstellen. Dennoch sei Deutschland verpflichtet, zu helfen und Druck auf Israel auszuüben, um den reibungslosen Transport auf dem Landweg zu ermöglichen. Röwekamp mahnte, dass sowohl Israel als auch die Hamas im Gazastreifen die humanitären Transporte zulassen müssen, um die Not zu lindern.

