Light of Motiram: Rechtsstreit eskaliert – Sony zerreißt Tencents Argumente in 42-seitigem Statement
Der juristische Krieg zwischen den Branchengiganten Sony und Tencent erreicht eine neue, explosive Eskalationsstufe. In einem umfassenden, 42-seitigen Schriftsatz, der an Deutlichkeit nichts zu wüschen übrig lässt, bezeichnet Sony die jüngsten Einwände von Tencent im Rechtsstreit um das Spiel Light of Motiram als schlichten „Nonsens“. Die Handschuhe sind endgültig ausgezogen, und was nun folgt, ist ein Schlagabtausch, der die Grundfesten der Gaming-Industrie erschüttert. Sony wirft Tencent nicht nur eine „sklavische Klonung“ der hochgelobten Horizon-Reihe vor, sondern enthüllt auch pikante Details über eine zuvor abgelehnte Zusammenarbeit, die den gesamten Konflikt in ein neues Licht rücken.
„Der Schaden ist bereits angerichtet“: Sonys gnadenlose Abrechnung
Sony lässt in seinem Manifest keinen Raum für Interpretationen. Die Argumentation von Tencent, der Fall sei verfrüht, da die Veröffentlichung von Light of Motiram angeblich auf 2027 verschoben wurde, wird von Sonys Anwälten als durchsichtiges Manöver abgetan. „Das ist Unsinn“, heißt es in dem Dokument unmissverständlich. „Der Schaden ist bereits angerichtet – und er hält an.“ Sony untermauert diese Aussage mit dem Verweis auf zahlreiche dokumentierte Fälle von „tatsächlicher Verbraucherverwirrung“, die bereits durch die monatelange, aggressive Promotion des Spiels entstanden sei. Die bloße Ankündigung und Bewerbung des als Abklatsch bezeichneten Titels habe ausgereicht, um den Ruf und die Einzigartigkeit des Horizon-Franchise zu untergraben.
Die Jurisdiktionsfalle und die abgelehnte Kollaboration
Ein weiterer zentraler Punkt des Konflikts ist Tencents Versuch, sich der Zuständigkeit amerikanischer Gerichte zu entziehen, da die Tencent Holdings ihren Sitz auf den Kaimaninseln hat. Auch hier kontert Sony mit scharfer Munition. Der milliardenschwere globale Konzern halte die US-Markenregistrierung für das strittige Spiel Light of Motiram und besitze die Domain der offiziellen Werbewebseite, über die das Material einem kalifornischen und US-amerikanischen Publikum zugänglich gemacht wurde. Besonders brisant wird der Fall durch eine Enthüllung aus Sonys Klageschrift: Offenbar hatte Tencent im vergangenen Jahr bei Sony angefragt, um eine offizielle Kollaboration für ein neues Spiel im Horizon-Universum zu realisieren. Sony lehnte ab. Kurz darauf enthüllte Tencent sein eigenes Projekt Light of Motiram.
Tencents Verteidigung: Ein Monopol auf „Populärkultur“?
Tencent selbst weist die Vorwürfe vehement zurück und stilisiert Sonys Klage als einen „unangemessenen Versuch, eine ausgetretene Ecke der Populärkultur einzuzäunen“. Die Anwälte des chinesischen Konzerns argumentieren, Sonys Bemühungen zielten nicht darauf ab, Piraterie oder Plagiarismus zu bekämpfen, sondern vielmehr darauf, legitimen Wettbewerb zu unterdrücken. Zur Untermauerung führt Tencent eine Liste anderer Spiele an, die ähnliche ästhetische Merkmale aufweisen, darunter Titel wie Far Cry: Primal, Far Cry: New Dawn und sogar The Legend of Zelda: Breath of the Wild. Doch für Sony ist die Sache klar: Die Ähnlichkeiten sind zu spezifisch, der zeitliche Zusammenhang zu verdächtig. Das Ziel der Klage ist ein nicht bezifferter finanzieller Schadensersatz und eine gerichtliche Anordnung, die Tencent die weitere Verletzung des Horizon-geistigen Eigentums untersagt.


