Libanons Finanzsektor ergreift Maßnahmen gegen Hisbollah-nahe Organisation
Der Libanon ergreift entschlossene Maßnahmen, um den finanziellen Einfluss der Hisbollah einzudämmen. Banken und Finanzinstitute im Land dürfen zukünftig keine Geschäfte mehr mit Al-Kard al-Hassan tätigen. Diese Vereinigung, die de facto als Finanzinstitut der schiitischen Miliz fungiert, wird in einem Rundschreiben der Zentralbank nun mit strikt untersagten Interaktionen belegt, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet.
Im Mittelpunkt der Anordnung stehen insbesondere die Eröffnung von Konten, Geldüberweisungen und ähnliche Finanztransaktionen. Zuwiderhandlungen können gravierende Konsequenzen nach sich ziehen – einschließlich der Entziehung von Lizenzen, Vermögenssperren und gerichtlichen Maßnahmen.
Die internationale Gemeinschaft erhöht den Druck, um die Finanzierungskanäle der Hisbollah zu versiegen. Al-Kard al-Hassan bietet traditionell zinsfreie Kredite gegen Pfandwerte wie Gold und Juwelen an und fungiert als zentrale Geldtransaktionsstelle. Dies führt dazu, dass ihre Aktivitäten unter besonderer Beobachtung stehen, nachdem das US-Finanzministerium bereits 2007 Sanktionen verhängt hatte.
Die Hisbollah, geschwächt durch den jüngsten Konflikt mit Israel, war jahrzehntelang vom Iran finanziell unterstützt worden. Die Einstellung von Flügen aus dem Iran im Februar, die angeblich zum Geld- und Waffenschmuggel genutzt wurden, zwingt die Organisation, alternative Wege über Wechselstuben zu suchen. Zudem treten zunehmend Flüge aus Afrika in den Fokus der Ermittler. Jüngst wurden bei den libanesischen Behörden sieben Millionen US-Dollar in bar aus afrikanischen Ländern beschlagnahmt.

