Libanon zwischen den Fronten: Ein Balanceakt in einer angespannten Region
Der Libanon sieht sich in zunehmender Sorge angesichts der eskalierenden Spannungen zwischen Israel, dem Iran und den Vereinigten Staaten. Ministerpräsident Nauaf Salam mahnte auf der Social-Media-Plattform X zur Zurückhaltung und betonte, dass es von entscheidender Bedeutung sei, den Libanon aus den aktuellen Konflikten der Region herauszuhalten.
Die politische Brisanz ist nicht neu: Bereits im Vorjahr kam es im Zuge des Gaza-Konflikts zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen der im Libanon ansässigen Hisbollah und Israel. Eine Waffenruhe, die Ende November in Kraft trat, wird zunehmend brüchig, da gegenseitige Anschuldigungen über Verstöße die politische Landschaft erschüttern. Angriffe der israelischen Luftwaffe auf libanesischem Boden sind nahezu tägliche Realität.
Die Sorge, dass die Hisbollah als iranischer Verbündeter in den Konflikt hineingezogen wird, liegt auf der Hand. Die Schiitenorganisation gilt seit ihrem letzten militärischen Schlagabtausch mit Israel als geschwächt, doch die Gefahr einer erneuten Eskalation ist allgegenwärtig. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung des Ministerpräsidenten nach Eigenverantwortung im nationalen Interesse besonders brisant.

