Lauterbachs Vorschläge zur hausärztlichen Versorgung sorgen für Uneinigkeit in der Ampel-Koalition
Nachdem Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) seine Vorschläge für eine bessere hausärztliche Versorgung präsentiert hat, herrscht in der Ampel-Koalition eine unterschiedliche Meinung über die Pläne. Während die SPD eine schnelle Umsetzung der Vorschläge fordert, kommt aus der FDP-Bundestagsfraktion die Forderung nach einer verbesserten Bezahlung von Fachärztinnen und -ärzten.
Lauterbach hatte nach einem Krisentreffen mit Ärzteschaft und Krankenkassen am Dienstagabend angekündigt, dass die bisherigen Obergrenzen bei der Bezahlung von Hausärzten abgeschafft werden sollen. Für Facharztpraxen sollen hingegen weiterhin Budgets gelten. Die Einführung der Budgetierung hatte das Ziel, die Kosten für die ambulante Versorgung unter Kontrolle zu halten. Im Jahr 2022 wurden von den Krankenkassen insgesamt 46,3 Milliarden Euro für ärztliche Behandlungen ausgegeben.
Darüber hinaus sollen für Hausarztpraxen, anstelle der bisherigen Quartalspauschalen bei chronisch Kranken, jährliche Versorgungspauschalen eingeführt werden. Dadurch sollen die Praxen nicht mehr gezwungen sein, Patienten für ein einfaches Rezept einzubestellen. Stattdessen soll mehr Zeit für die eigentlichen medizinischen Behandlungen zur Verfügung stehen. Zudem sollen Hausarztpraxen mit vielen Patienten und regelmäßigen Hausbesuchen von einer jährlichen Versorgungspauschale profitieren.
Die Vorschläge von Karl Lauterbach haben in der Ampel-Koalition zu einer Diskussion über die Zukunft der hausärztlichen Versorgung geführt. Während die SPD die Pläne des Bundesgesundheitsministers unterstützt und eine schnelle Umsetzung fordert, wird in der FDP-Bundestagsfraktion die bessere Bezahlung von Fachärztinnen und -ärzten als notwendig erachtet.
Die vorgesehene Abschaffung der Obergrenzen für Hausärzte und die Beibehaltung der Budgets für Facharztpraxen sollen sicherstellen, dass die Kosten der ambulanten Versorgung kontrolliert werden. Zudem soll die Einführung von jährlichen Versorgungspauschalen in Hausarztpraxen für eine effizientere Behandlung von chronisch Kranken sorgen. Dadurch entfällt die Verpflichtung, Patienten unnötigerweise einzubestellen. (eulerpool-AFX)

