Launch-Desaster: GameStop zerstört Nintendo Switch 2-Displays mit simplen Heftklammern
Der sehnlichst erwartete Launch der Nintendo Switch 2 verwandelt sich für manche Käufer in einen Albtraum. Statt mit ihrer brandneuen 469-Euro-Konsole zu zocken, starren sie auf zerkratzte Displays. Der Übeltäter? Ausgerechnet GameStop-Kassierer, die unschuldige Quittungen direkt auf die Konsolen-Verpackungen heften. Was harmlos klingt, entwickelt sich zu einem veritablen PR-Debakel für den Launch-Tag.
Wenn Bürokratie zur Sabotage wird
X-User Oathan machte das Drama öffentlich: Seine nagelneu gekaufte Switch 2 trägt eine unübersehbare Narbe quer über das Display. Der Grund? Ein GameStop-Mitarbeiter hatte die Quittung mit chirurgischer Präzision direkt auf die Box geheftet. Die Heftklammer bohrte sich durch die dünne Kartonage und hinterließ einen permanenten Kratzer auf dem kostbaren Screen.
Die bereitgestellten Bilder sprechen eine erschreckend klare Sprache. Der metallene Eindringling beschädigte zwar nur die äußere Display-Schicht, aber bei einer 470-Euro-Investition ist jeder Kratzer einer zu viel. Oathan bekommt zwar Ersatz – muss aber monatelang warten, da die Switch 2 bereits zum Launch restlos ausverkauft ist.
Tragischerweise handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Reddit-User Konflick und X-User Rudeboy__NYC berichten von identischen Szenarien. Offenbar verwandeln GameStop-Filialen systematisch Launch-Freude in Verzweiflung, eine Heftklammer nach der anderen.
Nintendos fragwürdige Verpackungs-Philosophie
Doch GameStop trägt nicht die alleinige Schuld an diesem Debakel. Kritische Stimmen werfen Nintendo mangelnde Voraussicht vor. X-User AncientArgonaut bringt es auf den Punkt: „Ich wusste, dass das passieren würde – es war eine seltsame Entscheidung von Nintendo, das Display mit der Bildschirmseite nach oben ganz oben in der Box zu platzieren, mit nur dünnem Karton als Schutz.“
Diese Design-Entscheidung erscheint rückblickend geradezu fahrlässig. Das empfindliche Panel liegt praktisch schutzlos an der Oberseite der Verpackung – eine Einladung für alle erdenklichen Beschädigungen. Vom Transport über die Lagerung bis zum verhängnisvollen Quittungs-Heftvorgang.
Die Switch-Originalverpackung bot wesentlich mehr Schutz durch strategisch platzierte Karton-Einlagen. Bei der Switch 2 scheint Nintendo diese bewährte Sicherheitsarchitektur zugunsten kostensparender Minimalismus geopfert zu haben.
GameStops gefährliche Routine
Die Quittungs-Hefterei ist bei GameStop offenbar Standard-Prozedur. Mitarbeiter heften routinemäßig Belege auf Produkt-Verpackungen, ohne die möglichen Konsequenzen zu durchdenken. Bei robusten Artikeln mag das funktionieren – bei filigraner Elektronik wird es zur Roulette-Partie.
Besonders perfide: Die Schäden werden erst zu Hause sichtbar, wenn Käufer ihre Konsolen auspacken. Im hektischen Launch-Day-Stress überprüft niemand die Verpackung auf Heftklammer-Löcher. Das böse Erwachen kommt später – wenn Umtausch und Ersatz kompliziert werden.
Weder Nintendo noch GameStop haben bislang offizielle Statements zu dieser Problematik abgegeben. Das Schweigen verstärkt die Frustration betroffener Käufer, die sich mit beschädigter Hardware und monatelangen Wartezeiten konfrontiert sehen.
Launch-Erfolg mit Schönheitsfehlern
Abseits der Heftklammer-Katastrophe verläuft der Switch 2-Launch durchaus erfolgreich. Nintendo prognostiziert konservative 15 Millionen verkaufte Einheiten – eine Zahl, die angesichts der hohen Nachfrage realistisch erscheint. Präsident Shuntaro Furukawa begründet die vorsichtige Schätzung mit dem höheren Preis im Vergleich zur originalen Switch.
Das Mario Kart World-Bundle für 509 Euro ergänzt das Launch-Lineup um eine attraktive Option. Cyberpunk 2077: Ultimate Edition und die Nintendo Switch 2 Welcome Tour runden das Angebot ab. Gerüchte über eine Partnerschaft mit Samsung für 8nm-Chips könnten zukünftige Lieferengpässe mildern – falls sich die Spekulationen bewahrheiten.
Die Ironie der Situation ist nicht von der Hand zu weisen: Nintendo entwickelt eine der fortschrittlichsten Handheld-Konsolen aller Zeiten, nur um sie in einer Verpackung zu verschicken, die simples Büro-Equipment zur Gefahr werden lässt.

