Ex-PlayStation-Chef packt aus: “Wurde gefeuert, weil ich nicht gehorcht habe”
Seit über einem Jahr ist Shuhei Yoshida im Ruhestand und plaudert seitdem immer wieder aus dem Nähkästchen, sei es in Podcasts oder zuletzt bei einem Panel des australischen ALT: GAMES. Von 2008 bis 2019 war er Chef der PlayStation Studios und prägte somit die späte Ära der PS3 sowie PS4. Bis zuletzt war er für die Kommunikation mit Indie-Studios zuständig – das aber wohl nicht ganz freiwillig. Denn nach neuesten Aussagen dürfte es hinter den Kulissen nicht rund gelaufen sein (via twiv).
Besonders mit dem vorherigen CEO von Sony Interactive Entertainment, Jim Ryan, habe es Differenzen gegeben. „Jim Ryan wollte mich aus dem First-Party-Bereich entfernen, weil ich nicht gehorcht habe“, erklärte Yoshida während seines Vortrags. „Er hat mich gebeten, ein paar lächerliche Dinge zu tun, und ich habe abgelehnt.“
„Nachdem ich elf Jahre lang unsere Eigenentwicklungen geleitet hatte, wurde ich aus dieser Position gefeuert”, erklärte er weiter. Yoshida nannte dahingehend vorangegangene Meilensteine seiner Karriere: „Ich habe Santa Monica bei der Entwicklung von God of War unterstützt, Naughty Dog bei Uncharted und The Last of Us sowie Sucker Punch bei dem wunderschönen Ghost of Tsushima.“
PlayStation 5 – Unruhe in der Chefetage trotz Erfolg?
Jim Ryan selbst begab sich bereits 2024 in den Ruhestand und brachte wiederum die erfolgreiche PlayStation 5 an den Start. Mehrere Entscheidungen sorgten für Aufsehen, etwa die Akquisition von Bungie, das zuletzt Marathon veröffentlichte, oder der Fokus auf Spielveröffentlichungen für PC. Besonders kontrovers war der Plan, zwölf Live-Service-Spiele gleichzeitig betreiben zu wollen (via Sony). Inzwischen wurden mehrere Projekte wieder eingestellt, darunter ein Multiplayer-Spiel von The Last of Us. Yoshida sagte nicht, welche Maßnahmen konkret zu den Uneinigkeiten führten.
Mit seiner Rolle sei Yoshida aber zufrieden gewesen. „Die Aufgabe, Indie-Spiele zu fördern und bekannt zu machen, hat mir wirklich Spaß gemacht“, betonte er. Ryan hätte ihm die Stelle angeboten, „weil jeder im Unternehmen wusste, wie sehr ich Indie-Spiele liebte.“




