KWS Saat plant beschleunigtes Wachstum trotz schwächelnder Rentabilität
Der renommierte Saatguthersteller KWS Saat hat ambitionierte Wachstumspläne für die kommenden Jahre vorgestellt, während sich die Rentabilität bis zum Geschäftsjahr 2028 kaum verändern dürfte. Für Aktionäre gibt es jedoch positive Nachrichten: eine signifikante Erhöhung der Dividenden steht bevor, was die Investorenherzen schneller schlagen lässt. Die Neuigkeiten wurden vom Markt nüchtern aufgenommen, was sich im Kursverlust der SDax-notierten Aktie um mehr als zwei Prozent am Donnerstagvormittag zeigte.
Wie Oliver Schwarz von Warburg Research hervorhebt, entsprachen Jahresbilanz und Ausblick weitgehend den Markt-Erwartungen. Analyst Konstantin Wiechert von der Baader Bank äußerte seine Verwunderung, da die Ergebniskennziffern die Erwartungen unterschritten. Dennoch bieten die gesteigerte Dividendenzahlung und der optimistische Ausblick Spielraum für seine Prognosen.
KWS peilt ein jährliches organisches Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent bis 2028 an, mit besonderem Fokus auf Wachstumsbereiche wie Gemüse und innovative Züchtungsmethoden. Positive finanzielle Entwicklungen wie der Mittelzufluss und eine reduzierte Nettoverschuldung eröffnen Investitionsmöglichkeiten, so Finanzvorstand Jörn Andreas.
Für das Jahr 2025/26 erwartet KWS ein organisches Umsatzwachstum von etwa drei Prozent – am unteren Ende der Mittelfristprognose – begründet durch ein gedämpftes Agrarumfeld und Rückgänge im Russland-Geschäft infolge von Importrestriktionen. Die Ebitda-Marge soll stabil bei 19 bis 21 Prozent verbleiben, nachdem sie im Vorjahr 20,9 Prozent erreichte.
Im letzten Geschäftsjahr erlöste KWS 1,68 Milliarden Euro, was einem Umsatz auf Vorjahresniveau entspricht, da kleinere Anbauflächen in Europa es bremsten. Gemüsesaatgut erfuhr deutlichen Aufwind, während Getreide und Mais rückläufig waren. Das Ebitda fiel um 13,4 Prozent auf 350,5 Millionen Euro, der Gewinn verringerte sich um etwa 25 Prozent auf 140 Millionen Euro. KWS konnte jedoch einen Veräußerungsgewinn von 96,4 Millionen Euro aus dem Verkauf des südamerikanischen Mais- und Sorghumgeschäfts erzielen.
Am Vortag wurde bekanntgegeben, dass die Dividende um 25 Cent auf 1,25 Euro je Aktie steigen wird. Zudem hebt KWS die Ausschüttungsquote auf 25 bis 30 Prozent des bereinigten Ergebnisses an – ein erfrischender Anreiz für Aktionäre.

