Condor: Transformation zum Drehkreuzbetreiber und Rückzahlung des KfW-Kredits

Umbau zur modernen Fluggesellschaft
Die Fluggesellschaft Condor hat im vergangenen Geschäftsjahr ihren umfassenden Umbau erfolgreich abgeschlossen. Aus dem traditionellen Ferienflieger hat sich das Unternehmen zu einem bedeutenden Betreiber eines Drehkreuzes am Frankfurter Flughafen entwickelt. Täglich werden nun mehrere Wellen von Flügen zu 13 europäischen Metropolen angeboten, was zu einem Anstieg der Passagierzahlen um beeindruckende 13 Prozent auf über 9,6 Millionen Reisende geführt hat.
Profitabilität durch eigene Zubringerflüge
Ein entscheidender Faktor für diesen Erfolg sind die neu eingeführten Zubringerflüge, die Condor selbst organisiert hat, nachdem Lufthansa die Vorzugskonditionen für die Beförderung von Condor-Passagieren eingestellt hat. Laut Condor-Chef Peter Gerber haben die Fernflüge nun wieder die alte Profitabilität erreicht, die durch die Kündigung des Vertrages mit Lufthansa zuvor gefährdet war. Diese Entscheidung war notwendig, um die durch die Vertragsbeendigung entstandenen Verluste in zweistelliger Millionenhöhe zu kompensieren.
Finanzielle Entwicklung und Herausforderungen
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 (bis 30. September) konnte Condor einen operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 151 Millionen Euro verzeichnen, was einem Anstieg von 25,2 Prozent entspricht. Dennoch stieg der Nettoverlust um 13,7 Prozent auf 110,43 Millionen Euro. Dieser Anstieg ist auf interne Darlehenszinsen gegenüber dem britischen Eigentümer Attestor sowie auf hohe Leasing-Bewertungen der noch sehr jungen Flugzeugflotte zurückzuführen.
Rückzahlung des KfW-Kredits
Ein Lichtblick für Condor ist die Rückzahlung des KfW-Kredits aus der Corona-Zeit in Höhe von 175 Millionen Euro, die das Unternehmen vollständig und sechs Monate vor der Frist geleistet hat. Zudem steht eine weitere Kredittranche aus dem Darlehen von Attestor an, während die Eigentumsverhältnisse bis zum 30. September neu überprüft werden. Aktuell halten die Bundesrepublik Deutschland und das Land Hessen über die SG Luftfahrtgesellschaft noch eine Minderheit von 49 Prozent an der Fluggesellschaft.
Fazit
Die positive Entwicklung von Condor zeigt, wie wichtig Innovation und unternehmerische Freiheit sind, um im Wettbewerbsumfeld der Luftfahrtindustrie bestehen zu können. Trotz der Herausforderungen, die durch hohe Kosten und regulatorische Rahmenbedingungen entstehen, bleibt das Unternehmen auf einem vielversprechenden Wachstumskurs, der auch für Anleger von Interesse ist.

