Kritische Lage im russischen Industriesektor: Stimmung trotzt nicht der Flaute
Zum Jahresende zeichnet sich ein ernüchterndes Bild in den russischen Industriebetrieben ab. Der Einkaufsmanagerindex, ermittelt von S&P Global, zeigt einen Rückgang um 0,2 Punkte auf 48,1 Zähler im Dezember. Diese Unterschreitung der entscheidenden 50-Punkte-Marke weist auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivität hin und verdeutlicht die anhaltende Herausforderung für den Sektor.
S&P Global befragte rund 250 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, ein Prozess, der seit 1997 monatlich stattfindet. Der Abwärtstrend wird maßgeblich durch einen Rückgang der Produktion sowie ein abnehmendes Auftragsvolumen, insbesondere aus dem Ausland, befeuert. In diesem Szenario könnte auch die Belegschaft der Industriebetriebe mittelfristig reduziert werden.
Auch die Zukunft sieht für viele Unternehmen wenig rosig aus. Die Zurückhaltung der Nachfrage hat den Optimismus der Befragten auf den niedrigsten Stand seit Frühjahr 2022 gedrückt.
Doch trotz der gegenwärtigen Produktionsprobleme hat die russische Wirtschaft von einer intensiven Ausweitung der Rüstungsproduktion profitiert, welche durch den Ukraine-Krieg zugenommen hat. Ein akuter Arbeitskräftemangel führt jedoch zu steigenden Löhnen und erschwert die Skalierung der Produktion weiter. Am geldpolitischen Horizont hat die russische Zentralbank kurz vor Weihnachten ein Zeichen gesetzt, indem sie den Leitzins erneut um 0,5 Prozentpunkte auf nunmehr 16 Prozent gesenkt hat, um damit der schwächelnden Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

