Kritik aus Abu Dhabi: Adnoc stellt Untersuchung der Covestro-Übernahme durch EU infrage
In einem überraschend offenen Statement hat der staatliche Ölkonzern Adnoc aus Abu Dhabi die europäischen Wettbewerbshüter ins Visier genommen. Der Grund: Die EU-Kommission hat die Prüfung der geplanten Übernahme der Covestro durch Adnoc vorübergehend ausgesetzt. Die Tochtergesellschaft XRG beschrieb die Untersuchung als 'unverhältnismäßig und invasiv'. Die geäußerten Bedenken lassen auf umfangreiche Diskussionen zwischen den Beteiligten schließen.
XRG beklagte, dass die Forderungen der Europäischen Kommission 'weit über das hinausgingen, was für die Transaktion angemessen oder relevant sei'. Diese Vorgehensweise werfe ernsthafte Fragen zur 'Lebensfähigkeit' der Investition auf, so das Unternehmen. Dennoch zeigt sich Adnoc gesprächsbereit und betont, einen 'konstruktiven Weg' einschlagen zu wollen, der alle Parteien zufriedenstellt.
Im Zuge dieser Entwicklungen erlebte die Covestro-Aktie einen Rückschlag von bis zu elf Prozent, auch wenn sich die Verluste bis zum Abend auf sieben Prozent einpendelten. Die EU-Wettbewerbsbehörde hatte ihre eingehende Untersuchung Ende Juli eingeleitet. Die EU-Kommission vermutet, dass ausländische Subventionen der Vereinigten Arabischen Emirate den EU-Binnenmarkt potenziell verzerren könnten.

