Kreislaufwirtschaft: „Nährboden der Kunststoffindustrie“
Ganzheitlicher Ansatz für zukunftsfähige Recyclingunternehmen

26. August 2025, 10:23 Uhr · Quelle: Pressebox
Die Kunststoffindustrie ringt mit Preisanstiegen und Umweltproblemen, doch Kreislaufwirtschaft bietet Wege zur Stabilisierung. Source One zeigt, wie Recycling und Innovation Krisen meistern und Nachhaltigkeit vorantreiben. (38 Wörter)

Leiferde OT Dalldorf, 26.08.2025 (PresseBox) - Am europäischen Kunststoffmarkt zu bestehen, gestaltet sich in jüngerer Zeit als herausfordernd. Gestiegene Rohstoffpreise, Lieferschwierigkeiten und Auftragsrückgänge bestimmen die Entwicklung einzelner Unternehmen. Mehr noch: Aufgrund von hohen Energiekosten, Investitionsvorbehalten und politischen Rahmenbedingungen, die weit hinter den Erwartungen zurückbleiben, steigt der Transformationsdruck der gesamten Branche. Doch wie gelingt der Weg aus der Kunststoffkrise?

Technologische Innovationen, ressourcenschonende Prozesse und internationale Vernetzung gelten als Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit im aktuellen Marktumfeld. Auch Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz treiben die Entwicklung effizienter und flexibler Lösungen für die Kunststoffindustrie an. Das Ziel ist eine nachhaltige, klimaneutrale Kreislaufwirtschaft.

Modernes Recycling sichert den Zugriff auf Materialien, erlaubt seine energie- und kosteneffiziente Aufbereitung und bereitet den Weg zu einer Stabilisierung des Marktes. „Kreislaufwirtschaft entwickelt sich zum Nährboden der Kunststoffindustrie“, sagt Kai Hoyer, Geschäftsführer der Source One GmbH. „Ihre Chance liegt im ganzheitlichen Ansatz. Sowohl Hersteller als auch Zulieferer oder Entsorger haben die Möglichkeit, ihr Unternehmen innerhalb einer zirkulären Wertschöpfungskette robust und krisenfest aufzustellen.“

Best Practice: Gründung und Ramp-up in herausfordernder Marktsituation

Source One ist ein ganzheitlich agierendes Beratungsunternehmen für die Kreislaufwirtschaft, das technologische Lösungen entwickelt und Materialströme zuschneidet, um zirkuläre Wertschöpfungsketten zu schaffen. Es verknüpft die entsprechenden Akteure miteinander, baut weltweite Recyclingstrukturen auf und sorgt dafür, dass selbst schwer recycelbare Kunststoffe erneut genutzt werden. Mit dem Ziel, immer mehr Rezyklate in eine ressourcenschonende Produktion von Kunststoffen zu bringen, unterstützt die Source One Unternehmen rund um die Themen Kunststoffrecycling und Nachhaltigkeitsmanagement. Der Source One ist es inmitten des herausfordernden Markts gelungen, ein operatives Unternehmen für Sortier- und Recyclingaufgaben von Grund auf nachhaltig zu konzipieren, umzusetzen und zukunftsfähig aufzustellen – ihre Unternehmensschwester, die Source One Plastics GmbH.

Die Source One Plastics hat ihre Sortier- und Recyclinganlage im April 2024 mit 14 Mitarbeitern in den dreischichtigen Regelbetrieb genommen und kann nach Ablauf ihres ersten Betriebsjahrs erfolgreich resümieren. Den jährlich geplanten Durchsatz von 70.000 Tonnen schwer zu recycelnder Mischkunststoffabfälle hat sie plangemäß erreicht. Heute arbeiten vierzig Personen für das Eicklinger Unternehmen. Das Team legt einen deutlichen Schwerpunkt auf die Optimierung der Prozesse und die Materialqualität. „Die Source One Plastics steigert nicht nur die Produktionsmengen, sondern verbessert auch ständig die Qualität“, sagt Dr. Oliver Krahn, Werksleiter der Source One Plastics. „Dafür haben wir allein im ersten Betriebsjahr mehr als 2500 Proben in unserem hauseigenen Labor durchgeführt.“

Nachhaltiges Engineering: energie- und kosteneffizienter Anlagenbetrieb

Source One hat in der Source-One-Plastics-Anlage die Ansätze ihrer nachhaltigen Unternehmensvision vereint, die heute als übergreifende Lösungsideen für die Kunststoffbranche gehandelt werden: technologische Innovation für ressourcenschonende Wertschöpfung. Die Sortier- und Recyclinganlage zeichnet sich aufgrund einer trockenmechanischen Aufbereitung der Kunststoffabfälle durch Energieeffizienz aus. Dabei sortiert die Anlage die sogenannten Post-Consumer-Abfälle bis zu einer Größe von 13 Millimetern mithilfe einer Nahinfrarot-Technologie. Die anschließende Reinigung der verschiedenen Kunststoffarten erfolgt im Wesentlichen durch Friktion. Eine erneute Sortierung teilt den Materialstrom in 2D- und 3D-Elemente auf. Die 2D-Polyolefine werden agglomeriert, nachgeschnitten und von Restmetallen getrennt. Der 3D-Strom wird noch einmal veredelt. Für die optische Sortierung dieser Hartkunststoffe hat die Source One Plastics im Juli 2025 zusätzlich zwei Sortiermaschinen der Meyer Deutschland GmbH in Betrieb genommen. Die Flakesorter sollen pro Jahr 15.000 Tonnen aufbereiteter Post-Consumer-Abfälle nach Farbe und Polymerart trennen.

Das einzigartige Technologie-Arrangement der Source-One-Plastics-Anlage spart bis zu dreißig Prozent des Energiebedarfs einer klassischen Recyclingtechnologie ein – das sind fünf bis sechs Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Auch die erneuerbaren lokalen Energien, die die Anlage versorgen, wirken den steigenden Energiepreisen entgegen und halten den CO2-Fußabdruck vergleichsweise gering.

Generelle Wachstumstreiber wie die Digitalisierung und der Einsatz künstlicher Intelligenz sichern in Eicklingen die Effizienz der teilautomatisierten Prozesse ganz konkret – in der digitalisierten Steuerung der Anlage sowie in der Erkennung und Sortierung der Materialzusammensetzungen. Doch das wegweisende Engineering spiegelt nur einen Teil des robust aufgestellten Unternehmens wider. Entscheidend ist die Kombination des modernen Engineerings mit der Sourcing-Strategie.

Robuste Sourcing-Strategie: sichere Auslastung, sicherer Absatz

„Die Source One Plastics ist fest in die Wertschöpfungskette des Materialkreislaufs integriert“, sagt Kai Hoyer. „Dadurch ist sie gegen leichte Marktschwankungen gut gerüstet und steht auch jetzt für einen sicheren Arbeitsplatz.“ Letzteres ist ein großes Wettbewerbsplus – auch in der Attraktivität für die benötigten Fachkräfte.

Mit seiner Sourcing-Strategie hat sich das Unternehmen durch feste zuliefernde und abnehmende Partner sowohl horizontal als auch vertikal in den Materialfluss eingebettet, um langfristig erfolgreich am Markt zu agieren. Das lässt sich unter anderem an der Gesellschafterstruktur ablesen. Neben der 23 Oaks Investments GmbH ist mit LyondellBasell auch ein großes petrochemisches Unternehmen aus den Niederlanden als Joint-Venture-Partner beteiligt. LyondellBasell hat es sich nach dem European Green Deal von 2019 auf die Fahne geschrieben, bis 2030 zwei Millionen Tonnen Rezyklate in der Produktion ihrer Kunststoffe einzusetzen. Dementsprechend ist der Absatz verschiedener Materialströme aus der Anlage der Source One Plastics in das chemische sowie in das mechanische Recycling zu einem großen Anteil vertraglich besichert. Darüber hinaus bestehen auch langfristige Verträge und Partnerschaften auf der Materialbeschaffungsseite, sodass die Anlage immer ausreichend ausgelastet ist.

Hausinternes Recycling: profitables Geschäftsmodell für die Kreislaufwirtschaft

Die Source-One-Plastics-Anlage wurde gebaut, um spezifizierte Materialien zu produzieren und sie – zumindest anteilig – in großen Volumina exklusiver Materialströme in den globalen Wertstoffmarkt zu liefern. Sie ist damit eine Vorstufe des sogenannten „hausinternen Recyclings“. Für Unternehmen mit einem hohen Aufkommen an Kunststoffabfällen konzipiert die Source One maßgeschneiderte Sourcing-Lösungen und nachhaltiges Engineering: „Eine eigene Recyclinganlage lohnt sich ab einer Kapazität von zehntausend Tonnen Kunststoffabfällen“, sagt Kai Hoyer. „Sie eignet sich insbesondere für Unternehmen, die Ware in Einzelverpackungen erhalten sowie für Logistik- und Umschlagzentren oder auch Entsorger.“ Ziel des hauseigenen Recyclings ist es Kosten zu senken, den Materialzugriff zu sichern, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und Einkommen durch ein weiteres Standbein zu generieren.

Gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) sehen zunehmend verbindliche Anforderungen an die Recyclingfähigkeit von Kunststoffen und den Einsatz von Rezyklaten vor. Jede hauseigene Recyclinganlage kann die Kunststoffindustrie beliefern und sie kreislaufwirtschaftlich hinsichtlich des zunehmend individualisierten Bedarfs an Materialien unterstützen. Auf diese Weise können Kapazitäten geschaffen werden, um die zu erwartende Rezyklat-Lücke, die in Deutschland im Jahr 2030 bei etwa dreißig Prozent zwischen Angebot und Nachfrage liegen soll, zu schließen. Somit werden sie Teil des kreislaufwirtschaftlichen Nährbodens der Branche: „Insgesamt steht die Kunststoffindustrie zwar noch vor erheblichen Herausforderungen“, sagt Kai Hoyer. „Sie zeigt jedoch auch Ansätze zur Anpassung und Erholung. Dies merken wir dadurch, dass wieder mehr Beratung angefragt wird sowie mehr Engineering für einzelne Projekte im Anlagenbau. Auch die Nachfrage nach Rezyklaten steigt wieder etwas an. Das stimmt mich persönlich sehr optimistisch.“

Energie- / Umwelttechnik / Kreislaufwirtschaft / Kunststoffrecycling / Nachhaltigkeit
[pressebox.de] · 26.08.2025 · 10:23 Uhr
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