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Kranich am Boden: Luxus-Streik oder Existenzkampf bei der Lufthansa?

12. Februar 2026, 14:28 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Kranich am Boden: Luxus-Streik oder Existenzkampf bei der Lufthansa?
Foto: InvestmentWeek
Lufthansa im Krisenmodus: 90 % der Piloten stimmen für Streik. Wir analysieren den Renten-Streit und die Angst vor der Billig-Konkurrenz im Konzern.
Ein beispielloser Doppel-Streik von Piloten und Flugbegleitern legt am 12. Februar 2026 den Flugbetrieb der Lufthansa lahm. Während die Gewerkschaften um Renten und Arbeitsplätze kämpfen, sieht sich das Management mit Vorwürfen des „Klassenkampfs“ konfrontiert.

Von Mitternacht bis Mitternacht bestreiken die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) und die Kabinengewerkschaft Ufo sämtliche Abflüge der Kernmarke sowie von Lufthansa Cargo ab Deutschland. Hunderte Flüge fallen aus, Zehntausende Reisende sitzen fest.

Besonders pikant ist der Zeitpunkt: Der Ausstand trifft den Konzern mitten in den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum. Doch hinter der festlichen Fassade tobt ein erbitterter Machtkampf, der weit über die offiziellen Forderungen nach einer besseren Altersversorgung hinausgeht.

Das Renten-Rätsel: Notlage oder Luxusproblem?

Der offizielle Streikgrund der Piloten ist die betriebliche Altersvorsorge. Seit der Umstellung auf ein kapitalmarktfinanziertes Modell im Jahr 2017 tragen die Beschäftigten das Zinsrisiko – und die Renditen blieben zuletzt hinter den Erwartungen zurück. Die VC fordert daher deutlich höhere Arbeitgeberbeiträge, um die gewohnten Standards zu sichern.

Doch genau hier entbrennt die öffentliche Debatte. Mit durchschnittlichen Ruhestandsbezügen von rund 10.000 Euro im Monat – resultierend aus einer großzügigen Betriebsrente und der gesetzlichen Rente – gehören Lufthansa-Piloten zur absoluten Alters-Elite. Für den Konzernvorstand ist die Forderung nach Nachbesserungen daher schwer nachvollziehbar. Lufthansa-Personalchef Michael Niggemann stellte klar: „Eine Topversorgung können wir nicht verdoppeln.“

Strategie-Streit: Die Angst vor der „Billig-Konkurrenz“

Tatsächlich fungiert die Rentenfrage nur als Stellvertreterkrieg für ein tieferliegendes Zerwürfnis. Die Crews werfen Konzernchef Carsten Spohr vor, die Stammbelegschaft durch die Gründung neuer Flugbetriebe wie Lufthansa City Airlines oder Discover systematisch zu untergraben. Dort wird zu deutlich geringeren Kosten geflogen, was die Piloten der Kerngesellschaft als „konzerninterne Billigkonkurrenz“ und Bedrohung ihrer Privilegien wahrnehmen.

Besonders bei der Kabinengewerkschaft Ufo herrscht Alarmstimmung. Sie fordert einen Sozialplan für die in Abwicklung befindliche Regionaltochter Cityline, wo rund 800 Arbeitsplätze durch die Neuausrichtung bedroht seien. Die Flugbegleiter wehren sich zudem gegen Produktivitätssteigerungen, wie etwa die Reduzierung der Besatzung auf Langstrecken-Jets, was die Arbeitsbelastung massiv erhöhe.

Gewerkschafts-Allianz: Machtdemonstration der „Kleinen“

Ein weiterer Faktor im aktuellen Konflikt ist der Konkurrenzkampf zwischen den Gewerkschaften. Um ihren Einfluss gegenüber der Großgewerkschaft Verdi zu sichern, haben VC, Ufo und die Bodengewerkschaft Agil die Allianz „We are Aviation“ geschmiedet. Der gemeinsame Streik ist auch eine Machtdemonstration, um zu zeigen, dass sie den Konzern im Alleingang lahmlegen können.

Für Carsten Spohr ist die Lage heikel. Die Kosten für den eintägigen Streik werden auf Millionenhöhe geschätzt – Geld, das der Konzern für seine ambitionierte Reform „Matrix Next Level“ und den geplanten Abbau von 4.000 Verwaltungsstellen dringend benötigt.

Finanzen / Unternehmen / Streik / Lufthansa / Piloten / Gewerkschaften / Altersvorsorge
[InvestmentWeek] · 12.02.2026 · 14:28 Uhr
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