China verhängt Zölle auf EU-Milchprodukte: Deutsche Hersteller im Fokus

Die chinesische Regierung hat neue Zölle auf eine Auswahl von Milchprodukten aus der Europäischen Union angekündigt, was insbesondere deutsche Produzenten betrifft. Mit bis zu 11,7 Prozent fallen die endgültigen Zollsätze deutlich niedriger aus als die zuvor festgesetzten vorläufigen Zölle, die bis zu 42,7 Prozent erreichten. Die Maßnahme betrifft frische und verarbeitete Käseprodukte sowie Milch und Sahne mit einem bestimmten Fettgehalt und ist für die nächsten fünf Jahre geplant.
Mehrere prominente deutsche Molkereien, darunter das Deutsche Milchkontor, die Molkerei Ammerland, die Privatmolkerei Naarmann und Arla Foods Deutschland, finden sich auf der Liste der betroffenen Unternehmen wieder. Auch Produzenten aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Italien sind betroffen, wobei die Zollsätze je nach Unternehmen variieren.
Der Milchindustrie-Verband beschwichtigt derweil, dass die Auswirkungen für deutsche Milchprodukte relativ gering bleiben könnten, da der Anteil der betroffenen Produkte an den Gesamtexporten nach China nicht besonders bedeutend ist. Trotzdem stellt der chinesische Markt nach wie vor einen der wichtigsten Absatzmärkte außerhalb der EU dar.
Ökonomen und Branchenexperten empfehlen, neue Märkte zu erschließen, da der Wettbewerb in China härter wird und die Einführung von Zöllen auf beiden Seiten zu einer unsicheren Handelslage führt. Die jüngste Entwicklung reiht sich in eine Reihe von Handelskonflikten zwischen China und der EU ein, bei denen auch Zölle auf andere Produkte im Streit stehen.
Die chinesischen Zölle folgen auf Vorwürfe der Marktverzerrung durch EU-Subventionen und werden seitens Pekings als Gegenmaßnahme zu ähnlichen EU-Handlungsweisen gegen chinesische Produkte gesehen. Die Entscheidung, die EU-Importe mit Zöllen zu belegen, basiert auf dem Vorwurf, dass diese den heimischen Markt unfair beeinträchtigen.

