Konsumgüter-Giganten im Umbruch: Kimberly-Clark übernimmt Kenvue
Inmitten der Kontroverse um das Schmerzmittel Tylenol und potenzieller Autismusrisiken wird der Hersteller Kenvue jetzt Teil des Konsumgüter-Riesen Kimberly-Clark. Der Kaufpreis, einschließlich der Schuldenübernahme, beläuft sich auf 48,7 Milliarden Dollar, umgerechnet etwa 42,3 Milliarden Euro. Ein Teil des Deals wird über Aktien der Kimberly-Clark finanziert, was dazu führen könnte, dass sich der endgültige Betrag noch ändert.
US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen September schwangeren Frauen davon abgeraten, das Paracetamol-Medikament Tylenol zu verwenden, indem er mögliche Autismusrisiken ansprach. Vor laufenden Kameras im Weißen Haus betonte er wiederholt: "Nehmen Sie kein Tylenol." Kenvue verweist jedoch auf wissenschaftliche Studien, die keinen nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Einnahme des Mittels und Autismus erkennen lassen. Auch Experten widersprechen den Behauptungen des Präsidenten. Dennoch hat der Bundesstaat Texas Ende Oktober Klage gegen Kenvue eingereicht, mit dem Vorwurf, diesen Zusammenhang verschleiert zu haben.
Kimberly-Clark, bekannt unter anderem für Marken wie Kleenex und Huggies, erhofft sich durch die Fusion mit Kenvue jährliche Einsparungen von über zwei Milliarden Dollar, sieht sich jedoch in den ersten beiden Jahren mit Umstrukturierungskosten von 2,5 Milliarden Dollar konfrontiert. Nach Abschluss der Fusion sollen die Aktionäre von Kimberly-Clark etwa 54 Prozent der Anteile halten, während die von Kenvue den Rest beanspruchen. Der Marktbewertung zufolge reagierte die Börse gespalten auf die Nachricht: Während die Aktien von Kenvue im New Yorker Vormittagshandel um fast 17 Prozent zulegten, büßten die Wertpapiere von Kimberly-Clark rund 12 Prozent ein.

