Investmentweek

Kollege KI übernimmt – Amazon will Tausende Bürostellen durch Software ersetzen

21. Juni 2025, 08:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
CEO Andy Jassy kündigt einen tiefgreifenden Wandel an: Künstliche Intelligenz soll interne Aufgaben übernehmen. Entlassungen sind offiziell nicht geplant – aber wohl einkalkuliert.

Ein Satz mit Signalwirkung

Amazon-Chef Andy Jassy braucht nur einen Nebensatz, um ein ganzes Geschäftsmodell zu kippen.

„Wir werden weniger Leute brauchen, die heutige Jobs machen – und mehr für andere Arten von Arbeit.“

So steht es in einer internen Mail, die er kürzlich an die weltweite Belegschaft verschickte. Es geht um den Einsatz von KI. Und um die Art, wie in Zukunft bei Amazon gearbeitet wird.

Die Botschaft ist klar: Künstliche Intelligenz wird künftig viele klassische Büroaufgaben übernehmen – und der Konzern will diese Effizienzgewinne auch personell nutzen. Keine große Kündigungswelle wie 2022 oder 2023, aber dafür: offene Stellen nicht nachbesetzen. Ein langsames Auslaufen von Jobs. Und vermutlich mehr, als viele intern wahrhaben wollen.

Was bei Amazon jetzt passiert

Amazon beschäftigt weltweit rund 1,5 Millionen Menschen, davon etwa 350.000 in Büropositionen. Gerade diese sollen jetzt auf den Prüfstand. Genauer: Ihre Aufgaben.

Quelle: Eulerpool

Denn ersetzen will Amazon vor allem Tätigkeiten – nicht zwingend Menschen. So jedenfalls das offizielle Wording. Die Praxis dürfte am Ende aber auf eine massive Verschiebung hinauslaufen.

Amazon setzt auf sogenannte „KI-Agenten“. Das sind Programme, die Texte schreiben, Übersetzungen liefern, Software entwickeln, Informationen auswerten oder Mails formulieren können – in Sekunden. Für den E-Commerce-Riesen, der in fast jedem Geschäftsbereich mit Daten arbeitet, sind diese Tools ideal. Und günstig.

Die neue Idee vom Team

Spannend ist, wie Jassy die KI einführt: Er spricht nicht von Systemen oder Software – sondern von „Teammitgliedern“. Die neuen Agenten sollen die Arbeit von Kolleginnen und Kollegen ergänzen oder ganz übernehmen. „Wendet euch in verschiedenen Phasen eurer Arbeit an sie“, schreibt Jassy. Die Botschaft: KI soll nicht als Konkurrenz gesehen werden, sondern als digitale Kollegin.

Doch genau darin liegt das Problem. Denn eine „Kollegin“, die keine Pausen macht, keine Fehler, und keinen Urlaub braucht, ist für die Chefetage vor allem eines: billiger.

Amazon setzt auf KI-Agenten – rund 350.000 Büroangestellte weltweit könnten mittelfristig durch Software ersetzt werden.

Der Markt liebt den Gedanken

An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Amazon-Aktie stieg im vorbörslichen Handel um rund 0,5 Prozent auf 215,90 Dollar. Analysten sehen vor allem das Potenzial für bessere Margen – und weniger Lohnkosten. Schon 2022 und 2023 hatte Amazon zusammen rund 27.000 Stellen gestrichen, etwa in Personalabteilungen, Marketing, Cloud und beim Alexa-Team.

Die neue Strategie wirkt wie eine stille Fortsetzung. Nur eben ohne große Schlagzeilen – und mit freundlicher KI-Fassade.

„Zeig mir, dass ein Mensch gebraucht wird“

Amazon ist nicht allein. Auch Spotify und Duolingo gehen inzwischen nach dem Prinzip vor: Neue Stellen gibt es nur dann, wenn nachgewiesen wird, dass KI die Aufgabe nicht lösen kann.

Bei Duolingo wurden laut eigenen Angaben schon viele freiberufliche Sprachtrainer durch ein KI-Tool ersetzt. Eine Entwicklung, die sich quer durch die Digitalbranche zieht – und wohl erst am Anfang steht.

Wie viel Mensch braucht das Büro noch?

Die zentrale Frage lautet: Was bleibt übrig? Wenn KI immer mehr Aufgaben übernimmt, für die bislang Menschen bezahlt wurden, wie sieht dann ein Bürojob in drei Jahren aus? Die Antwort fällt je nach Perspektive sehr unterschiedlich aus.

Amazon betont, es würden auch „neue Jobs“ entstehen. Welche genau – und ob diese tatsächlich in gleichem Maße entstehen, wie alte verschwinden – bleibt offen.

Ein interner Umbau mit Sprengkraft

Offiziell ist der Ton bei Amazon freundlich. Mitarbeitende werden dazu aufgerufen, KI „auszuprobieren“, mit ihr zu „experimentieren“, sie in die tägliche Arbeit zu integrieren. Doch intern wächst die Nervosität. Denn wer seine Aufgaben effizient automatisieren kann, beweist damit vor allem eines: Dass er überflüssig werden könnte.

Ein Amazon-Angestellter bringt es in einem US-Medienbericht auf den Punkt: „Das ist, als würde ich meinem Nachfolger das Onboarding geben – nur dass der Nachfolger ein Chatbot ist.“

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 21.06.2025 · 08:00 Uhr
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