Kohlendioxid unter der Nordsee: Ein umstrittenes Vorhaben
Im Vorfeld der bevorstehenden Abstimmungsrunde im Bundesrat über die zukünftige Speicherung klimaschädlichen Kohlendioxids unter der Nordsee hat der BUND in Niedersachsen deutliche Kritik am bestehenden Gesetzentwurf geäußert. Die Landesvorsitzende, Susanne Gerstner, fordert eine grundlegende Überarbeitung des Entwurfs, da aus Umwelt-, Klima- und Naturschutzsicht zahlreiche Aspekte untragbar seien.
Der Umweltschutzverband bemängelt insbesondere das Fehlen einer umfassenden Folgenabschätzung bezüglich der CO2-Verpressung im Boden. Das Bundeswirtschaftsministerium hingegen vertritt die Ansicht, dass die CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) sicher sei und bereits in mehreren Ländern, wie etwa Norwegen, erfolgreich eingesetzt werde. Die Prozesskette unterliege strikten Sicherheitsanforderungen, die vom Transport bis zur Speicherung reichen.
Der fragliche Gesetzentwurf, der von der Bundesregierung vorgelegt und bereits vom Bundestag abgesegnet wurde, wird am Freitag im Bundesrat diskutiert. Der Abstimmungsstatus der Landesregierungen von Bremen und Niedersachsen bleibt vorerst unklar. Laut dem Entwurf soll CO2 in industriellen Mengen hauptsächlich unter dem Meeresboden gespeichert werden, obwohl eine Klausel es den Bundesländern erlaubt, die Speicherung an Land zu gestatten, falls sie dies wünschen.
From BUND's perspective, die geplante Speicherung von CO2 ist der falsche Weg. Stattdessen plädiert der Verband dafür, Anstrengungen zu maximieren, um den Ausstoß von Treibhausgasen, beispielsweise in der Zement- und Stahlindustrie, erheblich zu reduzieren. Gleichzeitig sollten natürliche CO2-Speicher wie Wälder und Moore gestärkt werden, so Gerstner. "Optimalerweise könnten wiedervernässte Moore, gesunde Wälder und Böden in Niedersachsen diese CO2-Emissionen binden. Leider geschieht derzeit sowohl bundesweit als auch in Niedersachsen in diesem Bereich viel zu wenig."

