Klimapolitische Differenzen: Europa vs. USA unter Trump
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat sich kritisch zum klimapolitischen Kurs der Regierung von US-Präsident Donald Trump geäußert. In einem Interview bemängelte Schneider, dass die Entscheidung der US-Regierung, eine wesentliche Basis zur Regulierung von Treibhausgasen aufzugeben, durch ideologische Motive geprägt sei. Die USA verfolgen demnach eine gegensätzliche Strategie zu Europa, die vorwiegend darauf abziele, zusätzlichen Profit aus dem Verkauf von Öl und Gas zu schlagen.
Ein zentraler Punkt der Kritik ist die Ankündigung der US-Umweltbehörde EPA, die wissenschaftliche Feststellung zurückzunehmen, dass Treibhausgase eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellen. Diese "Endangerment Finding", die 2009 erstmals verankert wurde, ist essentiell, um in den USA CO2 und andere Treibhausgase unter dem Luftreinhaltegesetz regulieren zu können.
Im Gegensatz zu den USA hält Europa unbeirrt an seinen Klimazielen fest, wie Schneider unterstreicht. Entscheidungen sollten auf fundiertem wissenschaftlichem Wissen basieren und für die Menschen in Europa und weltweit verantwortbar sein. Die EU setze weiter auf eine konstante Reduzierung der Emissionen, um ihre Verpflichtungen zum Klimaschutz einzuhalten. Angesichts der Tatsache, dass die USA nach China der zweitgrößte Produzent von Treibhausgasen weltweit sind, bleibt die unterschiedliche klimapolitische Ausrichtung zwischen den beiden Kontinenten ein brisantes Thema.

