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KI-Hype zu teuer? Warum Buffett und Co. jetzt warnen

18. Dezember 2025, 09:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
KI-Hype zu teuer? Warum Buffett und Co. jetzt warnen
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Warren Buffett, Howard Marks und Seth Klarman mahnen bei KI-Aktien zur Vorsicht. Es geht weniger um Technik als um Bewertungen und Risiko.
Warren Buffett bleibt skeptisch gegenüber der KI-Euphorie und hält Liquidität vor. Investoren wie Marks und Klarman warnen vor Blasen, die Chancen und Risiken bergen. (28 Wörter)

380 Milliarden Dollar in kurzfristigen Zinspapieren. Keine aggressive Wette auf Künstliche Intelligenz, keine Jagd nach dem nächsten Nvidia. Warren Buffett bleibt auch mit 95 Jahren seiner Linie treu: Geduld, Skepsis, Kapitalerhalt. Während der Markt KI-Aktien immer höher bewertet, hält Berkshire Hathaway Liquidität wie ein Sicherheitsgurt.

Buffett ist nicht allein. Howard Marks und Seth Klarman, zwei weitere Schwergewichte des Value-Investings, äußern ebenfalls Zweifel an der aktuellen KI-Euphorie. Ihre Warnungen zielen weniger auf die Technologie selbst – sondern auf das Verhalten der Anleger.

Drei Stimmen, eine gemeinsame Skepsis

Howard Marks, Gründer von Oaktree Capital, hat jüngst ein ausführliches Memo zur Frage veröffentlicht, ob sich an den Märkten eine KI-Blase bildet. Seine Kernthese: Übertreibungen entstehen nicht, weil eine Technologie nutzlos ist, sondern weil Erwartungen und Bewertungen auseinanderlaufen.

Seth Klarman, Mitgründer des Hedgefonds Baupost, formuliert es schärfer. Er warnt vor unerfahrenen Investoren, die zu jedem Preis einsteigen – aus Angst, etwas zu verpassen. Das sei ein klassisches Muster in späten Phasen großer Börsentrends.

Drei Investoren, drei unterschiedliche Temperamente – aber eine gemeinsame Erfahrung: Sie haben mehrere Blasen kommen und gehen sehen.

Gegen den Trend zu investieren ist kein Selbstzweck

Interessant ist, dass nicht alle Großinvestoren die Warnungen teilen. Stanley Druckenmiller, einer der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager der vergangenen Jahrzehnte, hält das reflexhafte Handeln gegen den Markt für überschätzt. Die Mehrheit liege an der Börse die meiste Zeit richtig, argumentiert er. Wer immer nur konträr agiert, verzichte oft auf Rendite.

Doch genau hier liegt der Unterschied zwischen Marktmeinung und Portfoliostruktur. Buffett, Marks und Klarman sagen nicht: KI ist wertlos. Sie sagen: Der Markt zahlt aktuell Preise, die wenig Spielraum für Enttäuschungen lassen.

Warum Blasen trotzdem Fortschritt bringen können

Howard Marks weist auf einen oft übersehenen Punkt hin: Börsenblasen haben eine produktive Seite. Sie ermöglichen massive Investitionen zu günstigen Bedingungen. Ohne die Dotcom-Blase gäbe es viele heutige Internetgiganten nicht. Kapital fließt in Infrastruktur, Forschung und Skalierung.

Auch bei KI ist das sichtbar. Rechenzentren, Chips, Stromnetze – all das wird derzeit in einem Tempo aufgebaut, das ohne Kapitalmarkteuphorie kaum denkbar wäre.

Der Unterschied: KI ist extrem energiehungrig. Marks deutet an, dass die eigentliche Engstelle nicht Software, sondern Strom sein könnte. Denkbar, dass neue Kernkraftwerke gebaut werden müssen, um die Effizienzprobleme der KI auszugleichen. Technologie allein reicht nicht.

Technologie kann siegen, Aktien trotzdem verlieren

Ein weiterer zentraler Punkt der Skeptiker: Selbst wenn KI sich durchsetzt, müssen heutige Bewertungen nicht dauerhaft Bestand haben. Viele frühe Autofirmen verschwanden, obwohl das Auto triumphierte. Gleiches gilt für zahllose Internetfirmen der 1990er-Jahre.

Innovation und Aktienrendite sind nicht identisch. Wer das verwechselt, zahlt oft Lehrgeld.

KI wird bleiben. Aber nicht jede Aktie, die heute davon profitiert, wird in zehn Jahren noch relevant sein – oder auf dem heutigen Kursniveau notieren.

Was Anleger daraus ableiten können

Die Warnungen von Buffett und Co. liefern keine Handlungsanweisung im Sinne von Kaufen oder Verkaufen. Sie liefern einen Prüfstein.

Die entscheidende Frage lautet: Wie verwundbar ist das eigene Depot, wenn eine KI-Blase platzt? Wer stark konzentriert investiert ist und kurzfristig Liquidität braucht, geht ein anderes Risiko ein als jemand mit langem Anlagehorizont und breiter Streuung.

Es geht um Mischung, nicht um Markttiming. Um Zeithorizont, nicht um Prognosen.

Börsengeschichte wiederholt sich – nicht technologisch, sondern menschlich

Zum Schluss hilft der Blick zurück. Émile Zola beschrieb im 19. Jahrhundert eine Spekulationsblase um Silberminen, an der halb Paris teilnahm – bis hin zu Dienstboten. Am Ende war das Geld weg, die Börse geschlossen. Der Roman hieß schlicht: Das Geld.

Technologien ändern sich. Psychologie nicht.

Künstliche Intelligenz wird uns vieles abnehmen – aber nicht die menschliche Neigung, Hoffnung mit Gewissheit zu verwechseln. Genau davor warnen Buffett, Marks und Klarman. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Finanzen / KI / Börsenblase / Investoren / Value-Investing
[InvestmentWeek] · 18.12.2025 · 09:00 Uhr
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