Lage im Überblick

Keine Aussicht auf Waffenruhe in Gaza

02. Januar 2025, 04:30 Uhr · Quelle: dpa
Seit 15 Monaten wütet der Gaza-Krieg nun schon. Die Gespräche über eine Waffenruhe und Freilassung der Geiseln stecken anscheinend wieder fest. Derweil geht das Töten weiter.

Tel Aviv/Gaza (dpa) - Während Israels Armee 15 Monate nach Beginn des Gaza-Kriegs den Druck auf die islamistische Hamas in dem Küstenstreifen erhöht, scheinen die Gespräche über eine Waffenruhe wieder in der Sackgasse zu stecken. Mehreren israelischen Beamten zufolge weigere sich die Hamas weiter, Israel eine Liste der noch lebenden Geiseln zu übermitteln, meldete die «Times of Israel». Laut dem «Wall Street Journal» erwarten arabische Vermittler, dass beide Seiten erst nach dem Amtsantritt des designierten US-Präsidenten Donald Trump am 20. Januar an den Verhandlungstisch zurückkehren werden.

Israels Armee geht derweil im Norden des Gazastreifens weiter massiv gegen die Hamas vor. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, im Ort Dschabalija seien 15 Menschen beim Bombardement eines Wohnhauses ums Leben gekommen, darunter mehrere Kinder. Israels Armee sagte dazu auf Anfrage, Kampfjets hätten Hamas-Kämpfer in einem Gebäude angegriffen und getötet. Zuvor habe man Maßnahmen ergriffen, um Schaden von Zivilisten möglichst abzuwenden. Keine der Angaben ließ sich unabhängig überprüfen.

Israels Militäranwältin fordert mehr Vorsicht 

Israels oberste Militäranwältin warnte laut einem Medienbericht, die Armee unterschätze bei Angriffen im Gazastreifen teilweise die Zahl von Zivilisten in bestimmten Gebieten. Es sei mehr Vorsicht notwendig, schrieb auch Generalmajor Jifat Tomer-Jeruschalmi nach Angaben des Armeesenders in einem scharf formulierten Brief an den zuständigen Kommandeur Jaron Finkelman. So seien aus Beit Lahia im Norden Gazas rund 14.000 Zivilisten geflohen. Das Militär habe zuvor aber nur mit 3.000 Menschen in dem Gebiet gerechnet. 

Israels Armee hatte nach eigenen Angaben allein im Dezember mehr als 1.400 Luftangriffe gegen Ziele in Gaza geflogen. Dazu zählten Kämpfer der Hamas und verbündeter Gruppen, Tunnel, Beobachtungs- und Scharfschützenposten sowie Waffenlager, teilte das Militär auf seiner Webseite mit. Die Armee betont zwar stets, sie unternehme alles, um zivile Opfer zu vermeiden. Wegen der hohen Zahl ziviler Opfer stehen die israelische Regierung und die von ihr befehligten Streitkräfte aber international schwer in der Kritik. 

Hamas beharrt auf Ende des Krieges

Seit Beginn des Krieges nach dem beispiellosen Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 mit 1.200 Toten sind nach palästinensischen Angaben im Gazastreifen mehr als 45.500 Menschen getötet worden. Die unabhängig nicht überprüfbare Zahl unterscheidet allerdings nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern. 

Seit Monaten bemühen sich die USA, Ägypten und Katar als Vermittler um eine Waffenruhe und die Freilassung der noch rund 100 im Gazastreifen vermuteten Geiseln, von denen wohl viele nicht mehr am Leben sein dürften. Erst kürzlich hatte es Anzeichen für eine mögliche Einigung gegeben. Doch die Hamas erneuerte Medienberichten zufolge ihre Forderung nach einer Beendigung des Krieges, was Israel ablehnt.

Die Islamisten haben den Vermittlern bislang keine vollständige Liste aller Geiseln vorgelegt. Man brauche mehr Zeit und eine Kampfpause, um ihren Aufenthaltsort und Gesundheitszustand in Erfahrung zu bringen, erklärte die Hamas den Berichten nach. Einige Geiseln sollen sich in der Gewalt anderer Terrorgruppen befinden. Israel schenke jedoch der Behauptung der Hamas keinen Glauben, dass sie nicht in der Lage sei, eine Liste der Geiseln vorzulegen, berichtete die «Times of Israel». 

Palästinenser verbieten Al-Dschasira im Westjordanland

Die palästinensische Autonomiebehörde hat unterdessen dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira und dessen Mitarbeitern jede Tätigkeit im israelisch besetzten Westjordanland untersagt. «Die Entscheidung erfolgte, nachdem Al-Dschasira weiterhin hetzerisches Material und Reportagen ausgestrahlt hatte, die die Öffentlichkeit in die Irre führten, Unfrieden säten und sich in die inneren Angelegenheiten Palästinas einmischten», zitierte die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa aus einer Mitteilung der Autonomiebehörde.

Das israelische Besatzungsmilitär hatte bereits im vergangenen September das Al-Dschasira-Büro in Ramallah geschlossen. Reporter des Senders berichteten aber weiterhin aus allen Teilen des Westjordanlandes. Dabei traten sie nicht mehr als Al-Dschasira-Mitarbeiter auf, sondern als freie Medienschaffende. In Israel selbst ist der arabische Fernsehsender seit Mai vergangenen Jahres verboten. 

Im Westjordanland jedoch blieb der reichweitenstarke Sender bei der Autonomiebehörde zunächst wohlgelitten. Das dürfte sich jedoch geändert haben, seitdem sich Extremisten der Hamas und andere Militante in der Stadt Dschenin im Westjordanland seit fast einem Monat schwere Gefechte mit den Sicherheitskräften der palästinensischen Autonomiebehörde liefern. Der in Katar ansässige Sender nahm einseitig Partei für die Extremisten, was den Zorn der Behörde und ihrer wichtigsten politischen Kraft hervorrief: der Fatah-Bewegung des gemäßigten Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas.

Krieg / Konflikte / Israel / Palästinensische Gebiete
02.01.2025 · 04:30 Uhr
[0 Kommentare]
Deutsche Börse AG (Archiv)
Amsterdam - Der Börsenverbund Euronext zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Börse. Es gebe viel, was die Deutsche Börse und Euronext gemeinsam anpacken könnten, sagte Euronext-Chef Stéphane Boujnah der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen sei aktuell aber nicht angedacht. "Die […] (00)
vor 16 Minuten
Tom Pelphrey und Kaley Cuoco
(BANG) - Kaley Cuocos Verlobter Tom Pelphrey hat ihre Erfolgsserie 'The Big Bang Theory' nie gesehen. Die 40-jährige Schauspielerin spielte die Kellnerin Penny in der langlebigen CBS-Sitcom, in der auch Johnny Galecki als Leonard Hofstadter, Jim Parsons als Sheldon Cooper, Simon Helberg als Howard Wolowitz und Kunal Nayyar als Raj Koothrappali zu sehen […] (02)
vor 15 Stunden
Alexander Graham Bell
Washington (dpa) - Vor 150 Jahren erlebte das US-Patentamt in Washington D.C. dramatische Szenen, die die Technikgeschichte prägten. Am kalten Valentinstag, dem 14. Februar 1876, reichten Alexander Graham Bell und Elisha Gray fast zeitgleich Unterlagen ein, die das Ende der räumlichen Distanz durch das Telefon versprachen. In diesem beispiellosen […] (00)
vor 3 Stunden
Highguard:  Wildlight Entertainment bestätigt Entlassungen kurz nach Episode-2-Update
HIGHGUARD hat erst kürzlich sein Episode-2-Update mit frischen Inhalten erhalten, doch hinter den Kulissen vollzieht sich ein Kahlschlag, der die Zukunft des kostenlosen Mehrspieler-Shooters in ein diffuses Licht taucht. Das Studio bestätigte Entlassungen, ohne die genaue Zahl der betroffenen Mitarbeiter preiszugeben – lediglich eine Kerngruppe von […] (00)
vor 16 Minuten
«Spider-Noir»: Prime Video zeigt mit Infos zur Serie
Die Live-Action-Adaption des Marvel-Comics startet im Frühjahr 2026 zunächst bei MGM+ und anschließend weltweit bei Prime Video. Prime Video hat erste Informationen zur neuen Serie Spider-Noir veröffentlicht, in der Nicolas Cage erstmals eine Hauptrolle in einer Fernsehproduktion übernimmt. Produziert wird das Format von Sony Pictures Television exklusiv für MGM+ und Prime Video. In den USA […] (00)
vor 1 Stunde
Borussia Dortmund - FSV Mainz 05
Dortmund (dpa) - Borussia Dortmund hat die Rolle als schärfster Verfolger von Bayern München im Meisterrennen mit der 15. ungeschlagenen Bundesliga-Partie in Serie eindrucksvoll untermauert. Gegen den FSV Mainz 05 gewann die Mannschaft von Trainer Niko Kovac souverän mit 4: 0 (3: 0). Die Rheinhessen unter Urs Fischer kassierten damit nach drei Siegen […] (03)
vor 10 Stunden
1,2-Milliarden-Schock: China-Falschgeld flutet jetzt Europa
Internationale Fahnder haben einen historischen Schlag gegen die organisierte Falschgeldkriminalität geführt. Nach offiziellen Angaben von Europol wurden gefälschte Banknoten und Münzen mit einem Nennwert von insgesamt 1,2 Milliarden Euro sichergestellt. Diese Summe verdeutlicht die massive Dimension der Bedrohung für das europäische Währungssystem. Die […] (00)
vor 1 Stunde
Warum Hunde im Winter schlechter fressen: Ursachen erkennen & Maulkomfort sanft verbessern
Mörfelden-Walldorf, 14.02.2026 (lifePR) - Der Winter bringt Ruhe in den Alltag. Spaziergänge werden kürzer, das Leben verlagert sich nach drinnen, Routinen verändern sich. Viele Hunde reagieren darauf mit mehr Schlaf und weniger Aktivität.  Doch oft fällt Haltern im Winter noch etwas anderes auf: Der Futternapf bleibt stehen. Manche Hunde fressen […] (00)
vor 1 Stunde
 
Sven Schulze (Archiv)
Magdeburg - Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU), fordert, […] (10)
Krankenhaus (Archiv)
Berlin - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will das Gesundheitssystem auf […] (01)
dark earth bumblebee, dark bumblebee, dark ground bumblebee, schnee-felberich, pollination, pollinate, insect, nature
Nacht zum Samstag mit Bedeckung und Glättegefahr Südlich der Donau bilden sich […] (00)
Nina Warken (Archiv)
Berlin - Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) ist nicht grundsätzlich gegen […] (01)
Der vergangene Freitag brachte für die US-amerikanischen Aktienmärkte keine erhoffte […] (00)
Chris Paul
Los Angeles (dpa) - Der zweimalige Basketball-Olympiasieger Chris Paul hat nach mehr […] (01)
Helldivers 2 Guide: Tipps für Cyberstan Mega-Fabriken & beste Loadouts
Die Schlacht um Cyberstan in Helldivers 2 läuft auf Hochtouren und sie ist verdammt […] (00)
«Lord of the Flies»: Netflix sichert sich US-Rechte
Die erste TV-Umsetzung von William Goldings Klassiker geht in den USA zu Netflix. Netflix hat […] (00)
 
 
Suchbegriff