Kein Aufbruch in die Wahlkabine: Großbritannien bleibt von Neuwahlen verschont
Im politischen Getöse Großbritanniens bringt der Rücktritt der Vizepremierministerin Angela Rayner turbulente Zeiten mit sich, doch eine vorgezogene Neuwahl steht nicht auf dem Plan. Der erste Staatssekretär von Premierminister Keir Starmer, Darren Jones, unterstrich im Interview mit Sky News die Entschlossenheit der Labour-Partei, sich nicht spalten zu lassen, unabhängig von den provokativen Vorhersagen des populistischen Nigel Farage.
Die politische Krise überschneidet sich mit dem Parteitag der Reform UK von Farage, die momentan in den Umfragen die Nase vorn hat und mit ihrer strengen Haltung zur Migrationspolitik Druck auf Labour und die Konservativen ausübt. Der Rücktritt von Rayner, nach dem Eingeständnis zu niedriger bezahlter Grunderwerbssteuer, stellt für Starmer, der sich bemüht, Labour in das moderate politische Spektrum zu verankern, einen herben Rückschlag dar.
Rayner, als wichtige Vermittlerin zur linken Parteibasis angesehen, hinterlässt eine Lücke, deren Auffüllung potenziell für Spannungen sorgt, da diese Position durch eine Urwahl aus der stark linksorientierten Parteibasis neu besetzt werden soll. Dennoch sieht Starmer in Rayners Rücktritt eine Chance, sein Kabinett neu aufzustellen.
David Lammy, bisher Außenminister, rückt auf den Posten des Vizeregierungschefs, während Yvette Cooper nun als Außenministerin agiert und ihren bisherigen Posten als Innenministerin an Shabana Mahmood abgibt. Diese personellen Verschiebungen sollen den ersehnten Neustart für Starmer ermöglichen, dessen bisherige Reforminitiativen ins Stocken geraten sind und unter dessen Führung die Umfragewerte einen Sturzflug verzeichneten.

