Katar kritisiert Verzögerung bei US-Information nach israelischem Angriff
Die katarische Regierung hat sich nach einem israelischen Luftangriff auf die Hamas-Führung in Doha kritisch über die Informationspolitik der USA geäußert. Nach Angaben von Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani wurde Doha erst zehn Minuten nach der Bombardierung von einem US-Vertreter über den Angriff informiert. Der Angriff ereignete sich um 15:46 Uhr Ortszeit, während der Anruf um 15:56 Uhr eintraf. Laut Al Thani war dies der erste Hinweis, den die katarische Regierung von amerikanischer Seite erhielt, mit der Erklärung, dass die USA selbst erst kürzlich davon erfahren hätten.
Diese Darstellung steht im Widerspruch zu Aussagen aus Washington, wo eine Sprecherin des Weißen Hauses mitteilte, dass Präsident Donald Trump seinen Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff beauftragt habe, Katar im Voraus über den Angriff zu informieren. Der katarische Regierungschef und zugleich Außenminister, Al Thani, verurteilte den Angriff als „staatlichen Terrorismus“ und betonte die Verletzung katarischer Souveränität durch Israel.
Besonders betonte Al Thani die moralische Fragwürdigkeit des Angriffs auf einen offiziellen Vermittler im Gaza-Konflikt und Gastgeber von laufenden Verhandlungen. Er stellte heraus, dass die katarische Luftabwehr nicht in der Lage war, die eingesetzten israelischen Waffen zu entdecken, im Gegensatz zu einem Vorfall im vergangenen Juni, als katarische Systeme iranische Raketen erfolgreich abfingen.

