Kanzler Merz im Dialog mit Trump: Ein Balanceakt für die deutsch-amerikanischen Beziehungen
Außenminister Johann Wadephul appelliert anlässlich des bevorstehenden Treffens zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump, die soliden deutsch-amerikanischen Beziehungen zu bewahren. Er beschreibt den aktuellen politischen Diskurs als rau, was er bei einem Treffen ehemaliger Stipendiaten des Arthur F. Burns-Fellowships in Berlin äußerte. Wadephul zieht Parallelen zu tiefgreifenden Veränderungen in den USA selbst und einem neuen, teils irritierenden Kommunikationsstil der Trump-Administration.
Trotz der Verunsicherung plädiert Wadephul dafür, Ruhe zu bewahren und sich auf die eigenen nationalen Interessen zu konzentrieren. Er betont die Notwendigkeit, Deutschlands Verteidigungsfähigkeit zu stärken, Handelsinteressen zu sichern sowie die Grundpfeiler von Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit klar zu formulieren.
Vor einer Woche führte Wadephul selbst Gespräche mit US-Senator Marco Rubio, die er als erbauend und vielversprechend beschreibt. Diese Begegnungen stärken seine Hoffnung auf erfolgreiche bilaterale Verhandlungen, auch bei kontroversen Themen.
Kanzler Merz wird in Kürze in die USA reisen und Präsident Trump im Weißen Haus treffen. Im Vorfeld äußerte Merz scharfe Kritik an der US-amerikanischen Einmischung in die deutsche Innenpolitik. Zudem belasten die angedrohten hohen Zölle auf EU-Waren die transatlantischen Beziehungen. Angesichts des Ukraine-Konflikts streben Merz und andere europäische Staatsoberhäupter nach einer gemeinsamen diplomatischen Richtung mit den USA gegenüber Russland. Es bleibt abzuwarten, ob Merz im Weißen Haus eine ähnlichen Umgang erfahren wird wie andere politische Führer, darunter der ukrainische Präsident Selenskyj.
Wadephul erinnert indes an die historische Unterstützung der USA für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg sowie während der Wiedervereinigung. Diese Allianz sei unvergessen und von bleibender Bedeutung.

