Neues Kirchenoberhaupt

Jubel, Tränen und «Viva il Papa» - Zehntausende feiern Papst

08. Mai 2025, 21:00 Uhr · Quelle: dpa
Weißer Rauch: Der Petersplatz bebt vor Emotion. 1,4 Milliarden Katholiken haben einen neuen Papst. Es ist«bellissimo», ruft eine Frau und strahlt in der frühabendlichen Sonne.

Rom (dpa) - Für die Zehntausenden Menschen auf dem Petersplatz gibt es kein Halten mehr, als um 18.07 Uhr weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle aufsteigt: Die Menge jubelt, Menschen umarmen sich und können sich vor Freude kaum halten. Diejenigen, die den Platz noch nicht erreicht haben, strömen begleitet vom Glockengeläut des Petersdoms im Laufschritt auf den Vorplatz der Basilika, um den neuen Papst zu begrüßen.

Viele hatten auf dem Petersplatz ausgeharrt

Seit den Morgenstunden haben zahlreiche Menschen dort ausgeharrt. Nach dem ersten schwarzen Rauchsignal am Mittwochabend und dem zweiten am Mittag wollten sie das nächste Rauchzeichen aus dem Schornstein der prunkvollen Kapelle im Apostolischen Palast auf keinen Fall verpassen. Bei schönster Nachmittagssonne wurde es immer voller kurz bevor der Qualm aufstieg.

Als dann die dichte weiße Rauchwolke aus dem unscheinbaren Rauchfang austritt, gibt es für einen kurzen Moment Verwirrung - ist der Rauch schwarz oder wirklich weiß? Doch dann der Aufschrei. Der Rauch ist weiß und die katholische Kirche hat damit ein gerade im Konklave neugewähltes Oberhaupt.

Rätselraten auf dem Platz

In diesem Moment kennen die schaulustigen Massen noch nicht den Namen des Kirchenmannes, der künftig die katholische Kirche mit ihren 1,4 Milliarden Angehörigen führen wird. Die Wartezeit scheint unerträglich lang. Unter den Menschen wird gerätselt, wessen Name gleich von dem Kardinalprotodiakon Dominique Mamberti auf dem Balkon des Petersdoms verkündet wird.

Nach gut einer Stunde hat das Warten ein Ende: Die Vorhänge des Balkons des Petersdoms werden aufgezogen, Mamberti betritt ihn und verkündet das Habemus Papam (Wir haben einen Papst). Nach der lateinischen Formel und zu tosendem Applaus der Menschenmenge verkündet er, dass der US-Amerikaner Robert Francis Prevost der neue Pontifex ist. Der 69-Jährige wird den Namen Leo XIV. tragen. 

Viele telefonieren erst einmal

Die Menschen schwenken Fahnen, hüpfen wie Kinder auf und ab, singen und lachen. Manche rufen ihre Lieben zu Hause an, in allen möglichen Sprachen. «Welche Emotion, den weißen Rauch live zu sehen!», sagt eine Italienerin mit ihrem Mann am Telefon und nennt es «bellissimo» - sehr schön! Andere müssen erst einmal auf ihrem Handy nachschauen, woher das neue Kirchenoberhaupt überhaupt kommt. Eine Italienerin vermutet einen Franzosen hinter Prevost.

Während der Rede des neuen Papstes auf dem Balkon rufen viele Menschen «Viva il Papa!». Sie schwenken ihre Landesfahnen, vor allem unter Leuten aus spanischsprachigen Ländern brandet Applaus aus, als Leo XIV. auf Spanisch seine Gemeinde in Peru grüßt. Aber auch die Römer unter den Schaulustigen freuen sich über den Auftritt ihres neuen Bischofs - denn der Papst ist Bischof von Rom.

Erster Papst aus den USA

Mit Prevost kommt zum ersten Mal in zwei Jahrtausenden Kirchengeschichte ein Pontifex aus den Vereinigten Staaten. Bislang hat er im Vatikan als Kurienkardinal das wichtige Dikasterium für alle Bischöfe weltweit geleitet - ein Dikasterium ist vergleichbar mit einem Ministerium. Früher war er als Missionar und Bischof in Peru tätig sowie Generalprior des Augustinerordens. Er gilt als Vermittler zwischen Reformern und Traditionalisten innerhalb der katholischen Kirche. 

«Rom grüßt seinen Bischof und neuen Papst Leo XIV. mit Zuneigung und Ergriffenheit. Sein Pontifikat wird es sicherlich verstehen, die Herausforderungen unserer Zeit mit Mut und Weitblick im Zeichen des Dialogs, des Friedens und der Integration anzugehen», schreibt der Bürgermeister der italienischen Hauptstadt, Roberto Gualtieri, auf der Plattform X.

Kirche / Religion / Leute / Papst / Vatikan / Italien / USA / Peru
08.05.2025 · 21:00 Uhr
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