Japan Schlägt Neuen Kurs in Sicherheits- und Wirtschaftspolitik ein
In einer eindrucksvollen Antrittsrede im Parlament hat Japans neue Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ambitionierte Pläne für die Zukunft des Landes skizziert. Mit der Ankündigung, den Verteidigungsetat bis März auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, legt die nationalkonservative Politikerin ein schnelles Tempo vor. Dieses Ziel war ursprünglich erst für später vorgesehen. Takaichi betonte die Bedeutung des Sicherheitsbündnisses mit den USA, das sie als zentralen Pfeiler der Außen- und Sicherheitspolitik Japans betrachtet. In diesem Kontext wird US-Präsident Donald Trump schon bald in Tokio erwartet.
Parallel zu den innenpolitischen Anpassungen strebt Takaichi eine Intensivierung des Dialogs mit wichtigen Nachbarstaaten wie Südkorea, den Philippinen, Australien und Indien an. Diese Kontakte sollen einem freien und offenen Indo-Pazifik Vorschub leisten und eine Antwort auf Chinas erstarktes Machtgefüge in der Region bieten. Trotz dieser geopolitischen Herausforderungen beschrieb Takaichi China als "wichtigen Nachbarn", mit dem Japan konstruktive und stabile Beziehungen pflegen möchte.
Die neue Regierungschefin, die als politische Schülerin des 2022 ermordeten Shinzo Abe gilt, setzt auf eine aggressive Fiskalpolitik zur Belebung der Wirtschaft. Angesichts der enormen Staatsverschuldung – mehr als das Doppelte der Wirtschaftsleistung – bleibt abzuwarten, wie die versprochenen wirtschaftlichen Impulse finanziert werden. Einen Fokus legt Takaichi zudem auf die Bekämpfung der steigenden Lebenshaltungskosten, die für sie oberste Dringlichkeit besitzen.

