Italienischer Appell an den Iran: Sorge um die Straße von Hormus
Der italienische Außenminister Antonio Tajani hat eine eindringliche Warnung an den Iran ausgesprochen: Die strategisch wichtige Straße von Hormus dürfe unter keinen Umständen blockiert werden. Bei einem Treffen in Brüssel äußerte Tajani gegenüber seinem iranischen Amtskollegen Abbas Araghtschi seine tiefgreifende Besorgnis über die mögliche Konsequenz einer solchen Maßnahme. Eine Blockade der Meerenge könnte nicht nur der iranischen Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen, sondern auch die internationalen Handelswege erheblich beeinträchtigen - besonders für wichtige Wirtschaftsakteure wie China.
Die Straße von Hormus, zwischen Iran und Oman gelegen, zählt zu den entscheidendsten maritimen Knotenpunkten weltweit. Im Jahr 2023 passierten nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) fast 30 Prozent des global transportierten Öls diese Route. Ein Großteil dieses Rohstoffflusses ist für China, Indien und andere asiatische Nationen bestimmt. Zudem wird etwa ein Fünftel des weltweiten Flüssiggashandels durch diese Passage geleitet, was ihre immense Bedeutung unterstreicht.
Nach jüngsten US-amerikanischen Angriffen auf iranische Atomanlagen bekräftigte Tajani zudem, dass Italien in diese Operationen nicht involviert ist. Italiens militärische Einrichtungen seien weder für Angriffe genutzt noch hätten Tankflugzeuge von italienischem Boden aus gestartet. Auf dem Stiefel Europas ist ein bedeutendes Kontingent von rund 12.000 US-Soldaten stationiert, doch die italienische Beteiligung an den Vorfällen wird ausdrücklich verneint.

