Israels Generalstabschef warnt vor möglichen Folgen einer militärischen Verwaltung in Gaza
Israels Generalstabschef Ejal Zamir äußerte in einem Treffen des Sicherheitskabinetts seine Bedenken über die möglichen Konsequenzen einer israelischen Militärverwaltung in der Stadt Gaza. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals "ynet" erklärte Zamir, dass der aktuelle Kurs der israelischen Regierung in diese Richtung führe und betonte die Tragweite dieser Entscheidung. Der Grund für seine Warnung sei das Fehlen einer umfassenden Strategie der politischen Führung für die Zeit nach einem möglichen Krieg.
Der historische Kontext bietet wichtige Einblicke: Nach dem Sechstagekrieg 1967 hatte Israel das von Ägypten kontrollierte Gazastreifen unter seine Militärverwaltung gestellt. Erst im Zuge der israelisch-palästinensischen Friedensverträge wurden zivile Befugnisse an die Palästinensische Autonomiebehörde übergeben, während Israel die Grenzkontrollen beibehielt. Der vollständige Abzug aus Gaza erfolgte 2005, doch bereits zwei Jahre später erlangte die Hamas die Kontrolle über das Gebiet. Eine Rückkehr zu einer Militärverwaltung würde als Rückschritt betrachtet werden und könnte die Aussichten auf eine Zweistaatenlösung weiter beeinträchtigen.
Trotz der angespannten Lage gibt es keine Bewegung in Richtung einer Waffenruhe. Medienberichten zufolge sprach Zamir auch die Möglichkeit eines Deals zur Freilassung von Geiseln durch die Hamas an. Jedoch blockierte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Abstimmung über das Thema und erklärte, dass es derzeit nicht zur Debatte stehe. Mitte August verkündete die Hamas ihre Zustimmung zu einem neuen Vorschlag für eine Waffenruhe, auf den Israel bisher offiziell nicht reagiert hat. Der Verbleib von 48 Geiseln im Gazastreifen, von denen 20 nach israelischen Informationen noch leben, stellt eine zusätzliche Belastung dar.

