Iran-Krieg

Israel: Iranischer Funktionär Laridschani getötet

17. März 2026, 14:49 Uhr · Quelle: dpa
Ali Laridschani
Foto: Bilal Hussein/AP/dpa
Ali Laridschani soll bei einem gezielten Luftangriff Israels getötet worden sein
Der 67-jährige Generalsekretär des Sicherheitsrats galt als eine der einflussreichsten Figuren der iranischen Führung. Er soll bei einem Luftangriff getötet worden sein. Die Folgen sind unklar.

Teheran/Tel Aviv (dpa) - Israel hat nach eigenen Angaben weitere Top-Führungsfiguren des Irans getötet. Der einflussreiche Generalsekretär des Sicherheitsrats Ali Laridschani sei bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben gekommen, erklärte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.

Der 67-jährige Laridschani war zuletzt zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Eine Bestätigung durch Teheran gab es zunächst nicht. Die politischen und militärischen Folgen sind unklar. 

Außerdem sei der Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, getötet worden, teilte das israelische Militär mit. Aus dem Iran gab es auch dafür keine Bestätigung. Die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis Führung seien für die blutige Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar verantwortlich, schrieb die israelische Armee.

Israel hat im Iran-Krieg bereits Dutzende führende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet, darunter Irans obersten Führer Ali Chamenei. Das Schicksal seines Nachfolgers und Sohns Modschtaba Chamenei ist weiter ungewiss. 

Der Iran setzte seinerseits seine Angriffe fort. Die Islamische Republik nahm unter anderem Ziele in Israel, Kuwait, Irak und den Vereinigten Arabischen Emiraten ins Visier. Derweil wurde die iranische Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran erneut schwer bombardiert.

Experte: Tod Laridschanis erschwert Verhandlungslösung

Laridschanis Tod würde die Entscheidungsstrukturen des Landes nicht lahmlegen, «da das System darauf ausgelegt ist, solche Verluste zu verkraften», schrieb der Iran-Experte Hamidreza Aziz. Allerdings könne sein Verlust «den Kreis erfahrener politischer Entscheidungsträger allmählich verkleinern und den Einfluss stärker in Richtung militärisch geprägter Akteure verschieben», so der Gastwissenschaftler bei der Stiftung Wissenschaft und Politik auf X. 

Laridschani galt als wichtige Stimme, die den Iran auch nach außen vertrat. Seine Tötung dürfte es für die USA folglich erschweren, eine Verhandlungslösung für ein mögliches Ende des Krieges zu finden, so Simon Wolfgang Fuchs, Professor für Islamwissenschaften an der Hebräischen Universität in Jerusalem auf X. Dies sei ganz im Interesse Israels. 

Aus Sicht des israelischen Iran-Kenners Meir Javedanfar war Laridschani ein vergleichsweise kompetenter Politiker im iranischen politischen System. Israel und die USA wollten aber, dass der Iran von inkompetenten Personen geführt werde, schrieb er auf X. Das würde «zum endgültigen Zusammenbruch des Regimes beitragen, ganz im Sinne der Wünsche Israels, der USA und eines Großteils der (iranischen) Bevölkerung.»

USA hatten hohe Summe für Hinweise auf Laridschani ausgesetzt

Laridschani wurde im August 2025 auf den Posten im Sicherheitsrat berufen. Zuvor hatte er als Berater des am 28. Februar getöteten Religionsführers Ajatollah Chamenei gearbeitet.

Laridschani studierte Mathematik und galt als «Mann des Systems», vertrat in den vergangenen Jahren jedoch auch wiederholt moderatere Positionen. Wie viele heutige Politiker machte er zunächst Karriere bei den Revolutionsgarden und stieg bis zum Brigadegeneral auf, ehe er Anfang der Neunzigerjahre aus dem aktiven Dienst ausschied.

Die USA hatten zuletzt eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar für Hinweise auf iranische Führungspersönlichkeiten angeboten, darunter auch Laridschani.

Lockerung der Blockade der Straße von Hormus in Einzelfällen?

Die faktische Blockade der Straße von Hormus durch den Iran könnte für Tanker unter irakischer Flagge gelockert werden. Iraks Ölminister Hajan Abdul Ghani al-Sauad erklärte der staatlichen Agentur INA zufolge: «Es besteht Kommunikation mit Iran bezüglich der Genehmigung der Passage einiger irakischer Öltanker.» Dem Fernsehsender al-Scharkija sagte er, seine Regierung habe bereits Signale erhalten, dass einigen Tankern die Durchfahrt erlaubt werden könnte.

Für den Iran gilt der Irak als strategisch wichtiger Partner. Die Führung in Teheran hat großen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss auf das Nachbarland, unter anderem durch mächtige, Iran-treue Milizen.

Die Straße von Hormus, ein Nadelöhr zwischen Iran und den Vereinigten Arabischen Emiraten, ist eine wichtige Route für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas. Der Schiffsverkehr dort ist wegen des Iran-Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen. 

Israel verstärkt Vorgehen gegen Hisbollah-Ziele

Israels Militär geht inzwischen auch massiv gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im nördlichen Nachbarland Libanon vor. Der Einsatz begann infolge von Raketenangriffen aus dem Libanon und beschränkte sich zunächst auf Luftangriffe, inzwischen gibt es aber auch Einsätze am Boden. 

Ein Militärsprecher kündigte am Montagabend an, den Einsatz von Bodentruppen im Südlibanon auszuweiten. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. Im Libanon besteht die Sorge vor einer großangelegten Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung im Süden des Landes.

Krieg / Konflikte / Iran / Israel / USA / Hisbollah / Teheran
17.03.2026 · 14:49 Uhr
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