Isar Aerospace verschiebt Spectrum-Testflug: Druckventil sorgt für Verzögerung
Der innovative Raketenhersteller Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München hat den zweiten Testflug seiner Spectrum-Rakete vorerst auf Eis gelegt. Grund für die Verschiebung ist ein technisches Problem mit einem Druckventil, wie das Unternehmen mitteilte. Ein neues Startdatum soll in Kürze bekannt gegeben werden. Die Vorbereitungen am norwegischen Weltraumbahnhof Andøya waren bereits weit fortgeschritten. Der erste Testflug der vielversprechenden Spectrum im März 2025 endete nach nur 30 Sekunden, als die Rakete kontrolliert ins Meer stürzte.
Den Abbruch des Fluges hatte das Kontrollzentrum veranlasst. Die Spectrum soll künftig Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen befördern. Obwohl die Rakete ihre Serienreife noch nicht erlangt hat, meldet Isar Aerospace bereits volle Auftragsbücher für die kommenden Jahre. Zu den Kunden zählen die Europäische Union und die europäische Raumfahrtagentur ESA. In Europa beobachten Raumfahrtexperten und Regierungen das Geschehen um Isar Aerospace aufmerksam, denn das Unternehmen könnte einen wichtigen Beitrag zur Unabhängigkeit Europas im All leisten.
Derzeit wird der Großteil der europäischen Satelliten von SpaceX, einer US-amerikanischen Firma von Elon Musk, ins All transportiert. Dies erfordert seitens der europäischen Auftraggeber die Bereitstellung umfangreicher Projektdaten. Während die USA im Jahr 2024 über die Hälfte der weltweit gestarteten Trägerraketen stellten, waren Europas Beiträge mit nur vier Starts gering. Auch die ArianeGroup plant in diesem Jahr mehrere Starts ihres neuen Modells Ariane 6, um mit ihrer bewährten Schwerlastrakete geostationäre Umlaufbahnen zu erreichen.

