IREN baut KI-Position aus – schwaches Quartal, starke Analystenrückendeckung
Zahlen unter Druck – Übergang kostet
Im Fiskal-Q2 2026 erzielte IREN einen Umsatz von 184,7 Millionen US-Dollar und blieb damit klar unter den Erwartungen von rund 229 Millionen Dollar. Unterm Strich stand ein Nettoverlust von 155,4 Millionen Dollar.
Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch profitabel gearbeitet.
Der Ergebnisrückgang ist vor allem der kapitalintensiven Transformationsphase geschuldet. Kapazitäten werden vom volatilen Bitcoin-Mining in Richtung KI-Cloud-Infrastruktur verlagert. In dieser Übergangsphase steigen Investitionen und operative Kosten, während die neuen HPC-Verträge noch nicht voll ergebniswirksam sind.
Analysten bleiben optimistisch
Trotz der Zahlen bestätigte Bernstein-Analyst Gautam Chhugani sein „Outperform“-Rating mit einem Kursziel von 125 US-Dollar. Sein Fokus liegt weniger auf dem Quartal als auf der langfristigen Pipeline – insbesondere auf der potenziellen Nachfrage von Hyperscalern.
Auch Roth Capital bekräftigte das „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 94 US-Dollar. Analyst Darren Aftahi sieht vor allem Fortschritte bei der Finanzierung: Rund 95 Prozent der benötigten GPU-Hardware für bestehende Großverträge seien finanziell abgesichert. Das reduziere das Umsetzungsrisiko erheblich.
Microsoft-Deal als Schlüsselprojekt
Zentral für die Investmentstory bleibt der Vertrag mit Microsoft Corporation. Vereinbart sind 200 Megawatt Rechenleistung am Standort Childress in Texas. Der Vertragswert wird mit 9,7 Milliarden US-Dollar beziffert.
Sobald diese Kapazitäten vollständig in Betrieb sind, erwartet der Markt stabilere, planbare Erlöse mit höheren Margen als im klassischen Mining-Geschäft.
Sweetwater als Wachstumsplattform
Parallel baut IREN den Sweetwater-Campus in Texas aus. Das Projekt umfasst eine Kapazität von 1,4 Gigawatt. Die ersten Inbetriebnahmen sind ab April 2026 geplant – ein operativer Meilenstein, an dem sich die Umsetzungskompetenz messen lassen muss.
Fazit: Transformation mit hohem Risiko – aber strukturellem Potenzial
IREN befindet sich mitten in einem strategischen Umbau. Kurzfristig drücken hohe Investitionen und Anlaufkosten auf die Bilanz. Langfristig soll das Geschäftsmodell stärker auf KI-Infrastruktur mit wiederkehrenden Umsätzen ausgerichtet werden.
Die Aktie bleibt damit ein Hochrisiko-Wachstumswert: operativ noch im Umbau, strategisch aber klar positioniert im KI-Infrastrukturmarkt.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Sweetwater-Hochlauf und der Microsoft-Vertrag die erhoffte Stabilisierung bringen – oder ob weitere Finanzierungsthemen die Volatilität hochhalten.


