Iranische Wirtschaft in der Krise: Rial im Sturzflug

Die ohnehin angespannte Wirtschaftssituation im Iran spitzt sich weiter zu, da die Landeswährung schwer unter Druck gerät. Aktuell notiert der Euro auf dem freien Devisenmarkt bei über 1,7 Millionen Rial, eine historische Schwäche der iranischen Währung, welche die prekären wirtschaftlichen Umstände im Land noch verschärft. Seit dem Ausbruch massiver Demonstrationen vor über einer Woche hat sich der Wertverlust nochmals beschleunigt.
Die Proteste, die ursprünglich durch einen Schock am Devisenmarkt ausgelöst wurden, entwickelten sich schnell zu landesweiten politischen Demonstrationen. Besonders in der Hauptstadt Teheran brachten sie aufgebrachte Händler auf die Straße. Die Justiz der Islamischen Republik kündigte nun an, diesen Aufstand mit entschlossener Härte zu begegnen.
Gleichzeitig versucht die Regierung, wirtschaftliche Maßnahmen umzusetzen, indem sie Subventionen für Importeure kürzte, die bislang von vorteilhaften Wechselkursen profitiert hatten. Hierbei warnte die Regierungssprecherin vor vorübergehenden Preisanstiegen, da die gestrichenen Subventionen direkt an die Verbraucher weitergegeben werden sollen.
Inmitten dieser wirtschaftlichen Turbulenzen bleibt die Bevölkerung enttäuscht. Mit monatlich vorgesehenen zehn Millionen Rial pro Person erhalten Iraner umgerechnet nur sechs Euro, was umgehend Kritik hervorrief. Die Bevölkerung fragt sich, warum die Erlöse aus Ölexporten nicht stärker zu ihrem Vorteil genutzt werden. Kritiker werfen der Regierung vor, die knappen Mittel lieber in die Rüstung als in das Wohl der Bürger zu investieren. Verstärkend hinzu kommen die grassierende Arbeitslosigkeit und die hohe Inflation, die den Mittelstand im Land weiter unter Druck setzen. Ein Vergleich im Netz zeigt, dass Grundnahrungsmittel im Iran mittlerweile teurer sind als in Deutschland, während die Löhne oft nur einige Hundert Euro betragen.

