Internationale Kritik an Israels Gazapolitik verstärkt sich
Der Druck auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu wächst angesichts der fortgesetzten militärischen Aktionen im Gazastreifen und der humanitären Krise der dort ansässigen Bevölkerung. Trotz der Wiederaufnahme von Hilfslieferungen in das seit fast drei Monaten blockierte Gebiet, bleibt die Menge unzureichend. Frankreich, Großbritannien und Kanada kritisierten die Situation als 'völlig unverhältnismäßig' und warnten vor weiteren Maßnahmen, sollten die Militäroffensiven und Restriktionen bestehen bleiben.
In einer energischen Antwort erklärte Netanjahu, Israel werde an seinen Kriegszielen festhalten, bis der vollständige Sieg errungen sei, einschließlich der dauerhaften Stationierung israelischer Soldaten in Gaza. Die Zerschlagung der Hamas hat oberste Priorität. Am Montag passierten fünf Lkw die Grenze, doch angesichts der massiven Zerstörung und der umfassenden humanitären Bedürfnisse, erachten die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen dies als bei Weitem unzureichend.
Vor dem Konflikt hatten täglich etwa 500 Lkw den Grenzübergang passiert. Trotz der Zulassung von Hilfsgütern wie Mehl und Treibstoff, warnen die UN, dass ein weitaus größerer Bedarf gedeckt werden muss. Die Bundesregierung und andere Geberländer appellieren an Israel, humanitären Organisationen uneingeschränkten Zugang zu ermöglichen, um im Gazastreifen effektiv Hilfe leisten zu können.
Israel begründete die lang anhaltende Blockade mit einem Missbrauch der Hilfsgüter durch die Hamas zur Finanzierung ihres Kampfes. Nach internationalem Druck erlaubt Israel nun wieder Lieferungen. Bemühungen um einen neuen Verteilungsmechanismus der Hilfsgüter sind geplant, werden jedoch von den UN kritisch beäugt, da sie befürchten, dass die Zugänglichkeit für Zivilisten erschwert wird.
Neben den humanitären Herausforderungen setzt die militärische Großoffensive fortlaufend Menschenleben aufs Spiel, wodurch die Angst und Unsicherheit unter der Bevölkerung weiter zunimmt. Berichte über heftige Luftangriffe und den Einsatz von Bodentruppen tragen weiter zur dramatischen Lage in Städten wie Chan Junis und Gaza bei.

