Intergalactic: Tony Dalton schwärmt von Motion-Capture-Magie bei Naughty Dog
Tony Dalton, bekannt durch seine ikonische Darstellung des Lalo Salamanca in Better Call Saul und Jack Duquesne im MCU, betritt Neuland: Intergalactic markiert sein Videospiel-Debüt. In einem Interview mit Culture Wave Media schwärmte der Schauspieler von der Zusammenarbeit mit Naughty Dog und Regisseur Neil Druckmann, mit dem er bereits bei der HBO-Adaption von The Last of Us kooperierte. „Es ist verrückt. So etwas habe ich in meinem Leben noch nie gemacht“, beschreibt Dalton die Motion-Capture-Prozesse mit hautengen Anzügen voller Marker-Punkte auf gigantischen Sets. Seine Rolle wird als „einer der Hauptcharaktere“ beschrieben, doch Details bleiben geheim. Während Dalton Druckmann als „süßesten Kerl der Welt“ betitelt, offenbaren sich hinter den Kulissen auch kreative Reibungen – Voice-Actor Troy Baker berichtete von leidenschaftlichen Auseinandersetzungen während der Table Reads.
Motion-Capture-Technologie als Offenbarung
Für jemanden mit Daltons Erfahrung in Film und Fernsehen stellt die Performance-Capture-Technologie einen Quantensprung dar. „Diese Kerle sind absolute Spitzenklasse. Du ziehst diese hautenge Anzüge an mit Punkten überall – im ganzen Gesicht, einfach überall. Sie haben ein komplettes Set. Riesig, riesig groß. Es ist erstaunlich“, schilderte er begeistert. Anders als bei traditionellen Dreharbeiten erfassen die Kameras nicht nur Mimik und Gestik, sondern jede Nuance seiner Performance in einem dreidimensionalen Raum. Diese Technik ermöglicht es Naughty Dog, schauspielerische Leistungen mit nahezu fotografischer Präzision ins digitale Medium zu übertragen – ein Prozess, der seit Uncharted und The Last of Us zum Markenzeichen des Studios avancierte. Daltons Faszination unterstreicht, wie weit sich Gaming-Produktionen mittlerweile von klassischem Voice Acting entfernt haben.
Kreative Spannungen und leidenschaftliche Kollaboration
Die Zusammenarbeit zwischen Dalton und Druckmann entstand organisch: Nach den Dreharbeiten zu The Last of Us, wo Dalton Joels Vater verkörperte, äußerte der Naughty Dog Creative Director Interesse an weiterer Kooperation. Doch nicht alle Kollaborationen verlaufen reibungslos. Troy Baker, langjähriger Naughty-Dog-Veteran, offenbarte im November, wie hitzig die Diskussionen werden können: „Neil und ich werden uns immer aneinander reiben. Das ist unser Vibe. Wir lieben es einfach, aneinander zu ecken. Wir machten ein Table Read, und ich fragte buchstäblich: ‚Warum gibst du mir gerade Scheiße? Ich stelle dir eine Frage!‘ Und alle anderen so: ‚Unsere Mama und Papa streiten, fahren wir trotzdem nach Disneyland?‘ Wir kommen klar. Wir kommen klar!“ Diese anekdotische Schilderung illustriert die intensive Leidenschaft, mit der alle Beteiligten an Intergalactic arbeiten – ein Projekt, das Druckmann als „ambitioniertestes“ und „expansivstes“ Game bezeichnet, das Naughty Dog je geschaffen hat.
Produktionsherausforderungen hinter verschlossenen Türen
Während offiziell wenig über Intergalactic preisgegeben wird, deuten Berichte auf Produktionsschwierigkeiten hin. Seit Oktober arbeitet das Entwicklerteam acht Stunden pro Woche Überstunden, um nach „mehreren verpassten Deadlines“ die Produktion wieder auf Kurs zu bringen. Diese Berichte werfen Schatten auf die enthusiastischen Aussagen der Beteiligten und lassen Fragen zur tatsächlichen Fertigstellung aufkommen. Ein jüngerer Report spekuliert über einen Release Mitte 2027 für PS5 – eine beträchtliche Zeitspanne seit der ersten Enthüllung 2024. Die Diskrepanz zwischen Druckmanns Superlativen und den durchsickernden Produktionsproblemen erinnert an andere hochambitionierte Projekte, die unter der Last ihrer eigenen Erwartungen ächzten.
Naughty Dogs riskanter Sprung ins Unbekannte
Intergalactic stellt für Naughty Dog die erste neue IP seit über einem Jahrzehnt dar – ein enormes Wagnis für ein Studio, das sich mit Uncharted und The Last of Us längst Kultstatus erarbeitete. Druckmann schwärmt von der Expansion und Kostspieligkeit des Projekts, doch die zurückhaltende Informationspolitik nährt Spekulationen. Wird das Sci-Fi-Setting die narrative Tiefe erreichen, für die Naughty Dog berühmt ist? Können Motion-Capture-Performances von Darstellern wie Dalton, Baker und Tati Gabrielle jene emotionale Resonanz erzeugen, die The Last of Us definierte? Die Kombination aus technologischer Ambition, kreativem Perfektionismus und produktionsbedingtem Zeitdruck kreiert eine volatile Mischung – eine, die entweder in einem Meisterwerk mündet oder das Studio an seine Grenzen führt.


