Intel: US-Regierung erwirbt bedeutenden Anteil am Chipkonzern
Die US-Regierung hat sich einen bedeutenden Anteil von zehn Prozent an Intel gesichert und damit dem angeschlagenen Chipgiganten einen beachtlichen Schub an der Börse verschafft. Im Gegenzug für Milliarden-Subventionen in Form von Fördermitteln wird die Regierung dieses beträchtliche Aktienpaket erhalten, was am Montag zu einem Kursanstieg von bis zu 4,4 Prozent führte. Am Ende des Tages schloss die Aktie mit einem Gewinn von rund zwei Prozent bei 25,26 US-Dollar, allerdings noch unter dem Hoch der Vorwoche von 26,53 Dollar.
Insgesamt sicherten sich die Vereinigten Staaten etwa 433 Millionen Intel-Aktien zu einem reduzierten Preis von 20,47 USD, was einem Rabatt von 17,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs am Freitag entspricht. Der Befreiungsschlag, den sich Intel von diesem Schritt vielleicht erhofft, bleibt jedoch fraglich. Der Konkurrent Nvidia dominiert mittlerweile das Geschäft mit Künstlicher Intelligenz, während Intel im Bereich PC-Prozessoren und Rechenzentren schwächelt. Seit Ende 2023 hat sich der Kurs der Intel-Aktie halbiert.
Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank äußerte Zweifel an den Vorteilen dieser Beteiligung für Intel. In für den früheren US-Präsidenten Donald Trump typischer Rhetorik bezeichnete Wermann die Vereinbarung nicht als wirklich „großartig“. Statt frischem Kapital handele es sich um den Austausch bereits zugesagter Fördermittel zur Unterstützung der heimischen Halbleiterproduktion. Trump favorisiert hohe Importzölle gegenüber den Ansätzen seines Vorgängers Joe Biden.
Wermann zweifelt zudem, dass die US-Regierung eine rein passive Rolle einnehmen wird, selbst wenn derzeit keine Managementbeteiligung vorgesehen ist. Intel-Chef Lip-Bu Tan könnte demnach unter den restriktionsreichen Bedingungen einer möglichen Trump-Regierung arbeiten müssen. Stimmen aus Washington forderten kürzlich Tans Rücktritt aufgrund angeblicher Verbindungen zu chinesischen Konkurrenten, jedoch änderte Trump seine Haltung kurz danach.
Bernstein-Analyst Stacy Rasgon bestätigt, dass die Fördermittel ursprünglich kostenlos geplant waren und der nun vereinbarte Deal Intels Probleme allein wohl nicht lösen wird. Es bleibt fraglich, ob die Regierung wirklich in der Lage sein wird, Intel bei der Neukundengewinnung zu unterstützen.

