Inflationsentwicklung in Deutschland: Ein Balanceakt zwischen globalen Spannungen und inländischen Herausforderungen
Die Kurve der Inflationsrate in Deutschland zeigt nach einem kurzen Rückgang wieder nach oben. Im Oktober kletterte die Teuerungsrate auf 2,0 Prozent, und der November markierte mit 2,2 Prozent sogar einen ersten Sprung über die Zwei-Prozent-Schwelle seit Juli 2024. Dennoch sind die gegenwärtigen Werte weit entfernt von den Rekordmarken im Herbst 2022.
Ökonomen prognostizieren für 2025 eine anhaltende Inflation über zwei Prozent. Haupttreiber sind der steigende CO2-Preis auf fossile Brennstoffe und die Kosten des Deutschlandtickets. Ein drohender Handelskonflikt mit den USA unter der bevorstehenden Präsidentschaft von Donald Trump könnte die wirtschaftliche Lage verschärfen. Geplante Zollmaßnahmen könnten die Konsumgüterpreise weiter anheizen, was besonders Deutschland als Exportnation hart träfe.
Ein weiterer kritischer Faktor ist der inländische Arbeitsmarkt. Gewerkschaften zielen auf kräftige Lohnsteigerungen ab, um die weggefallene Inflationsausgleichsprämie zu kompensieren. Die Europäische Zentralbank bewahrt indessen ihren Fokus auf Preisstabilität bei einer Zwei-Prozent-Inflation.
Langfristig erwartet die Bundesbank eine Rückkehr zur Zielmarke. Momentan jedoch belasten teure Lebensmittel und Dienstleistungen die Aussicht auf eine sinkende Inflation. Das konsumgetriebene Wachstum lässt zu wünschen übrig, da geopolitische Spannungen und ein schwacher Arbeitsmarkt die Wirtschaft nur ein kleines Wachstum von 0,2 bis 0,4 Prozent in 2025 prognostizieren lassen.
Aus einer unerschütterlichen Datenerhebung von etwa 700 Güterarten entwickelt das Statistische Bundesamt Monat für Monat ein detailliertes Bild des wirtschaftlichen Zustands. Jede Veränderung dieses Warenkorbs ist ein weiterer Mosaikstein im komplexen Bild der deutschen Inflation.

